Handbreit Wasser unterm Kiel

Erfolgreich baden gegangen: Der Förderverein warb mit großem Einsatz für den Erhalt der Schwimmhalle. Foto: Stefanie Godzina

Laboe. Mit konstruktiven Entscheidungen tun sich die Gemeindevertreter in Laboe bekanntlich manchmal schwer, auf eine destruktive Entscheidung hat sich eine Mehrheit aus CDU, SPD, LWG und Wir für Laboe im Frühjahr leichter geeinigt. Nach ständigem Hickhack um die Meerwasserschwimmhalle wollten sie die oft leidigen Diskussionen beenden und die Halle endgültig schließen. Von Thomas Christiansen
Dass dies nicht so leicht umsetzbar sein würde, hatten der enorme Zulauf für den Förderverein und später die Genossenschaft sowie die Solidarität aus dem Umland deutlich gemacht. Mit einem so klaren Votum so vieler Laboer für die Schwimmhalle hatte jedoch kaum jemand gerechnet. Am 21. September stimmten 1490 Laboer im Bürgerentscheid für den Weiterbetrieb der Schwimmhalle – das waren 60,2 Prozent Ja-Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 57,5 Prozent. Damit ist zwar noch gar nichts gelöst, doch die Gemeinde ist jetzt gezwungen, die Halle zumindest noch zwei Jahre in Betrieb zu lassen. Eine Zukunft wird die Halle aber nur haben, wenn es jetzt wirklich gelingt, sie in der Region zu verankern. Nicht nur Laboer und ihre Gäste nutzen die Halle, sondern auch Bürger aus dem weiteren Umland sowie Urlauber aus diesen Orten und nicht zuletzt die Schulen in der Umgebung. Deshalb wäre es sinnvoll, dass die Ämter Probstei und Schrevenborn die verschuldete Gemeinde, die allein mit der Halle überfordert ist, entlasten und einen Weg zu einer gemeinsamen Trägerschaft für die Halle finden. Genau das wird jetzt zumindest versucht. Bleibt zu hoffen, dass dies rasch gelingt. Denn ohne das Bad würde es Laboe zwar finanziell besser gehen, doch der gesamten Region würde eine Attraktion für Einheimische und Urlauber, Schulen und Vereine fehlen.
Quelle: Kieler Nachrichten

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