Ausschuss gibt grünes Licht für Baugebiet Krützkrog

Laboe auf Wachstumskurs: Luftbild vom geplanten Neubaugebiet (links) am Ortseingang

 

LABOE. Mit knapper Mehrheit hat der Bauausschuss Laboe den Entwurf für das Baugebiet Krützkrog beschlossen. Die Knicks dort sollen nun doch entwidmet und öffentliches Grün werden. Einstimmig als zu teuer abgelehnt wurden die Pläne für behindertengerechte Parkplätze am ehemaligen Haus I. Wie mehrfach berichtet, könnte in dem Gebiet am Ortsrand Richtung Brodersdorf Wohnraum für etwa 500 Neubürger entstehen. Nach den Diskussionen in zahlreichen Gremiensitzungen wurde der Entwurf des Bebauungsplans 42 jetzt zur Offenlegung beschlossen. Thema waren zuvor noch einmal die Knicks im Baugebiet. Nach mehreren unterschiedlichen Beschlüssen beantragte Andrea Harrje (Grüne) erneut, die Knicks zu entwidmen. Dadurch wären sie ihrer Ansicht nach keine Knicks mehr, sondern öffentliches Grün und es wären deshalb keine drei Meter breiten Schutzstreifen zu beiden Seiten erforderlich. Harrje befürchtet, dass die Knicks langfristig nicht erhalten bleiben, wenn sie den Hauseigentümern überlassen werden. Nach hitziger Diskussion und Sitzungsunterbrechung folgte ihr eine knappe Mehrheit aus Grünen, GAL und SPD mit sechs Stimmen gegen fünf Stimmen von LWG und CDU. Daraufhin lehnten LWG und CDU auch den Entwurf des Bebauungsplans insgesamt ab. Immer noch ungewiss bleibt die Zukunft des Geländes, auf dem im April 2015 das schon lange nicht mehr genutzte Schulgebäude Haus I abgerissen worden war. Viele Gremien- und Arbeitskreissitzungen haben zwar viele Vorschläge aufgelistet, beschlossen wurde aber nichts. Anfang dieses Jahres waren zumindest die schon lange vom Turnverein Laboe (TVL) geforderten behindertengerechten Parkplätze sowie eine Be- und Entladezone für die Trainer auf den Weg gebracht worden. Beide von der Verwaltung vorgelegten Varianten dafür wurden aber am Dienstagabend vom Bauausschuss einstimmig abgelehnt. Dieter Rauschenbach (SPD) nannte die Kosten von rund 90 000 Euro für die Parkplätze „exorbitant hoch“. Jörg Erdmann erklärte für die CDU, man sei nicht bereit, dem zuzustimmen, zumal ein Gesamtkonzept fehle. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst (SPD) meinte, Behelfsparkplätze seien dort nicht möglich und für öffentliche Parkplätze gelten hohe Anforderungen. Carsten Leonhardt (LWG) beantragte daraufhin, die Fläche zunächst dem TVL mit monatlicher Kündigungsfrist zur Nutzung zu überlassen. Die Idee fanden Mordhorst und Erdmann zwar „charmant“, wollten sie aber zunächst in den Fraktionen beraten. Nach einigem Hin und Her darüber, ob über den neuen Antrag jetzt überhaupt abgestimmt werden dürfe, stimmten sieben dagegen. Dann sollte über die Varianten abgestimmt werden, doch nun fragte ein Ausschussmitglied: „Was für ein Beschluss?“ Nachdem alle wieder zuhörten und wussten worum es ging, waren sich alle einig, beide Varianten abzulehnen. Von Thomas Christiansen   

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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