Weiter schwimmen gehen, aber wirklich um jeden Preis?

Auch 2014 war die Meerwasserschwimmhalle (rechts im Bild) zentrales Thema: ... und das wird sich im übermorgen anbrechenden neuen Jahr 2015 mit Sicherheit nicht ändern. Foto Philine Stoltenberg

 

Laboe/Probstei/Schrevenborn (pst) Man kann es beinahe nicht mehr lesen und hören: Mal gerät Laboes Meerwasserhallenbad „ins Schwimmen“, dann schlägt sie „hohe Wellen“ oder sie geht sogar unter. Langsam und nach vielen Jahren der Diskussion gingen selbst den gewandtesten Wortspielern die wässrigen Vergleiche aus, um das Schicksal von Laboes umstrittensten Wahrzeichen irgendwie noch in Worte zu fassen. Die Zukunft der Meerwasserschwimmehalle in Laboe war wohl das meist diskutierte Thema im Jahr 2014. Über was die Politiker und Bürger im Ostseebad noch gesprochen haben und welche Themen die Schlagzeilen beherrschten, darüber gibt PH-Mitarbeiterin Philine Stoltenberg im Jahresrückblick 2014 für Laboe eine Übersicht. 

Fest steht: Die Meerwasserschwimmhalle (MWSH) spaltet Laboe in zwei Hauptlager – PROSchwimmhalle und die „Gegner“. Das dritte Lager hat wohl irgendwann nach zermürbender Diskussion beschlossen, dass ihm die Schwimmhalle inzwischen völlig egal sei. Auch 2014 war die Schwimmhalle wieder das bestimmende Thema in Laboe und auch der weiteren Umgebung. Und eigentlich sind sich alle einig: Eigentlich könnte es so schön sein, wie immer schwimmen zu gehen, gäbe es da nicht das beachtliche jährliche Minus von rund 520.000 Euro, das die MWSH trotz vieler neuer Ideen und Einsparungen dem Ostseebad „beschert“. Sollte das so weiter gehen, so die Befürchtung der Gemeinde, könnte den Laboern in finanzieller Hinsicht das Wasser schon bald bis zum Hals stehen. Egal, Laboe will weiter schwimmen. Und das darf man gerne im doppelten Sinn verstehen. Denn ein von PRO-Schwimmhalle initiierter Bürgerentscheid ergab, dass die Mehrheit der Laboer, die zur Wahl gingen, sich einen Weiterbetrieb der MWSH wünscht. Jetzt warten aber alle darauf, dass endlich ein zugkräftiges Konzept gefunden wird – um den wässrigen Vergleich weiter zu bemühen – damit die MWSH finanziell wieder Oberwasser hat. Der Bürgerentscheid und damit der zweijährige Weiterbetrieb könnte aber bedeuten, dass zu viele Schulden auch an die kommenden Generationen weiter gegeben werden. Auch könnten die Steuern derart in die Höhe getrieben werden, dass etwa Gewerbetreibende keinerlei Lust mehr hätten, im Ostseebad ein Gewerbe zu betreiben. Über all dem Einsatz für ein möglichst ungetrübtes Schwimmvergnügen schwebt das Damoklesschwert der Kommunalaufsicht. Das würde für Laboe einer Bankrotterklärung bezüglich des eigenständigen Handelns gleichkommen. Die Fronten zwischen PRO-Schwimmhalle und Gemeinde sind längst verhärtet. Jetzt wurden die Nachbargemeinden ins Boot geholt, die sich ebenfalls für den Weiterbetrieb einsetzen. Möglich wäre auch, die AktivRegion mit einzubeziehen. Aber schön wäre auch ein Wunder. Denn eigentlich will wirklich jeder, der sich noch für die MWSH interessiert, das Hallenbad erhalten – nur eben nicht um jeden Preis. 

 

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