Spender halten Segeltörns auf Kurs

Hier packen Marc (Mitte) und Matrosin Andrea an, doch auch Sponsor Prof. Patrick Moldenhauer (links) half an Bord eifrig mit.

 

LABOE. Drei Tage an Bord eines alten Seglers – dieses Erlebnis verschafft der Verein Ole Schippn seit 17 Jahren Viertklässlern der Laboer Grundschule. Nach Streichung der Landeszuschüsse war das Projekt gefährdet, doch viele Spender halten es am Leben. Die erste Gruppe kam jetzt begeistert zurück. Beim Ablegen sahen die 14 Kinder freudig erwartungsvoll, zum Teil aber auch ein wenig skeptisch aus. Drei Tage später strahlen alle und wirken cool – gestandene Seeleute halt. Die am Hafen wartenden Eltern müssen sich gedulden, ihre Kinder haben keine Zeit, sie behalten die Schwimmwesten an und helfen bei den letzten Arbeiten. Wie war’s mit den Kindern? Die Antwort von Skipper Dick kommt schnell: „Super.“ Besondere Vorkommnisse? Jetzt muss er überlegen: „Das frische Gemüse ist alle.“ Das findet er bemerkenswert bei Kindern in diesem Alter. Auch seine Matrosin Andrea („Mit Kindern ist es oft spannend, weil die so wissbegierig sind.“) und Marc sind sehr zufrieden mit ihren Gästen, die kräftig mit angepackt haben. Marc hat das niederländische Plattbodenschiff „De Albertha“ 2012 als Viertklässler kennengelernt. Später hat er Dick gefragt und nun darf der 15-Jährige bei den Segeltörns mit den Kindern helfen. Auch er findet den Törn sehr gelungen – „außer, dass wir ein bisschen viel Wind hatten“. Deshalb ging es nicht in die Kieler Bucht, sondern nach Kiel und durch den Kanal nach Rendsburg. Mit an Bord waren neun Betreuer vom Verein Ole Schippn wie zum Beispiel Detlef Bahr, der beim Anlegen zu den Eltern sagt: „Ihr habt ganz tolle Kinder – meistens.“ War das viel Arbeit an Bord? „Ja“, sagt Lina, dann: „Aber so super viel auch nicht. Wir konnten uns auch mal an Deck legen.“ Begonnen hatte die Arbeit schon am Sonntag beim Einräumen des Gepäcks. Damit war die Kabine „Sonderborg“, die Lina sich mit Lilly, Lotta und Anja teilte, eigentlich schon voll. Nach den drei Tagen ist Lina nun so begeistert, dass sie fragt: „Darf ich nächstes Jahr vielleicht noch mal mitfahren?“ Lina ist das vierte Kind von Thomas und Sonja-Marie Röhricht, das an den Segeltörns teilnimmt. „Ein tolles Projekt“, meint der Vater. Das sehen auch andere so und viele unterstützen es mit Spenden, damit weiter alle Kinder unabhängig von sozialer Herkunft und finanziellen Mitteln mitsegeln können. Ein paar Hundert Euro kamen von den Eltern, erzählt Friedhelm Reker, zweiter Vorsitzender von Ole Schippn. 300 Euro kamen vom Verein „Kirche hilft helfen“, vertreten durch Monika Boje sowie Sabine und Achim Schuldt. Die 92- jährige Laboerin Gudrun Blöhdorn spendete 200 Euro. Hannes Hahn vom Shanty Chor Ole Schippn verzichtete zum 80. Geburtstag auf Geschenke und bat um Spenden, am Ende übergab er 1100 Euro. Weitere 1000 Euro kamen vom Tall- Ship Friends Deutschland. Dafür hatte sich Vorstandmitglied Prof. Patrick Moldenhauer eingesetzt, der beim Ansegeln des Vereins selbst mit seinen Kindern Laura, Elina, Lars und Lea an Bord der „Albertha“ aktiv wurde: „Seit ich in Kiel wohne, möchte ich einen Segelschein machen.“ Seit gestern ist die zweite Schülergruppe mit „De Albertha“ auf Segeltörn. Quelle: KN von Thomas Christiansen  

 

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