Hier blüht das Frühlings-Hungerblümchen auf

Nur dieses eine Schild ist im Naturerlebnisraum noch intakt, bedauert Susanne Hörger-Ahlers. Foto Thomas Christiansen

 

LABOE. Viele gehen oder radeln daran vorbei, weil das Gebiet auf den ersten Blick recht unscheinbar wirkt. Durch den schlechten Zustand der Schilder wird die Fläche zudem „weniger erkennbar“, bedauert Susanne Hörger-Ahlers, die ab Donnerstag wieder durch den Naturerlebnisraum Laboe führt. „Nach der Führung sind viele überrascht, was man hier alles entdecken kann“, sagt die Geografin. Viele, zum Teil auch seltene oder gefährdete Pflanzenarten wachsen hier – doch um die zu finden, muss man etwas genauer hinschauen. Susanne Hörger-Ahlers hat in der zehn Hektar großen Fläche jetzt schon die ersten Blüten entdeckt – von Frühlings- Hungerblümchen und rauem Vergissmeinnicht. „Weil der Winter mild war, ist zum Beispiel auch die Fetthenne schon ziemlich weit. Auch Sumpfschwertlilie und Engelswurz sind schon recht groß“, erklärt sie. Die ersten Zuhörer hat sie schon. Ulrich und Manuela Schröder suchen im Pavillon Schutz vor dem Regen und erfahren so zufällig von der ersten Führung am Donnerstag. Daran wollen die beiden Urlauber aus Bad Oeynhausen nun teilnehmen. „Den Treffpunkt kennen sie ja nun schon“, meint Hörger-Ahlers. „Das ist gut, da können wir dann auch zu Fuß hin“, sagt Manuela Schröder und radelt mit ihrem Mann weiter, als der Regen aufhört. Hörger-Ahlers rät dazu, nicht nur einmal an einer Führung teilzunehmen – weil im Mai und Juni noch viel mehr Pflanzenarten hier blühen und weil sich das gesamte Gebiet durch die ungestörte Wirkung von Wind und Wellen ständig verändert. Nicht alles ist dabei immer erwünscht. Die von der Gemeinde bekämpfte nicht heimische Kartoffelrose hat bereits wieder verstärkt ausgetrieben. „Man wird die nie vollständig herauskriegen – aber sie hat auch zum Beispiel für den Karmingimpel eine Funktion, weil der darin brütet“, sagt Hörger-Ahlers. Notwendig wäre es ihrer Ansicht nach aber, zumindest Abschnitte frei von Gehölzen zu halten: „Sonst wird das ein unbegehbares Gestrüpp. Man sollte den offenen Charakter bewahren.“ Freuen würde sie sich auch, wenn die Pläne für eine neue Beschilderung endlich umgesetzt würden. Vielleicht könne damit auch die oft fehlende Akzeptanz bei den Hundehaltern für den Schutz der Fläche verbessert werden. Von Thomas Christiansen 

Führungen: Im Auftrag des Tourismusbetriebes führt Susanne Hörger-Ahlers regelmäßig durch den Naturerlebnisraum Dünenlandschaft Laboe. Termine sind der 27. April, der 4., 11. 18. und 30. Mai, der 8., 15., 22. und 27. Juni sowie der 6. und 11. Juli. Treffpunkt für die rund zweistündige Tour ist jeweils um 10 Uhr am Pavillon bei der Meeresbiologischen Station. Die Teilnahme kostet 2 Euro, Inhaber der Ostseecard zahlen nichts. 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

Zurück