Aus für die Meerwasserschwimmhalle

Für den Ausstieg gibt es eine klare Richtung. Nach jahrelanger Diskussion ist in Laboe eine endgültige Entscheidung gegen den Weiterbetrieb der MWSH gefallen. Foto Ulf Dahl

 

LABOE. Nun ist es amtlich: Die Gemeindevertreter in Laboe beschlossen in ihrer Sitzung mit 16 zu sieben Stimmen die Schließung der Meerwasserschwimmhalle zum 1. November dieses Jahres. Die Sauna soll bereits am 1. April den Betrieb einstellen (18 zu fünf Stimmen). Einstimmig: Es wird ein sozialverträgliches Konzept erarbeitet, das betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Außerdem soll die mögliche Gründung eines Zweckverbandes geprüft werden, um durch den Neubau einer Schwimmhalle das Schul- und Vereinsschwimmen in der Region zu sichern. Ein Fortbestand der Schwimmhalle mit dem unveränderten Angebot am alten Standort ist aufgrund der Kosten keine Option. Dafür sprachen sich 19 Vertreter aus, vier (GAL) waren dagegen. Einstimmig positionierte sich die Vertretung auf Antrag der SPD für den Bau und den Betrieb einer Schwimmhalle im Verbund mit den Umlandgemeinden. Eine entsprechende Zusammenkunft mit den Bürgermeistern des Amtes Probstei und Schrevenborn habe es inzwischen gegeben. Rund 20 Kommunalvertreter hätten sich beteiligt, informierte Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst. Die Bürgermeister waren über die Ergebnisse des Gutachtens zur „Konzeption einer Schwimmhallenversorgung für die Gemeinden des Amtes Schrevenborn und Probstei für die Jahre 2016 bis 2040“ informiert worden. In dieser Diskussion seien erste Möglichkeiten für den Bau und Betrieb einer Schwimmhalle mit dem Fokus auf Schul- und Vereinsschwimmen erörtert worden, hieß es. Die Gemeinde sprach sich nun einstimmig dafür aus, als gleichberechtigtes Mitglied im Verbund mitzuarbeiten und entsprechende Mittel bereitzustellen. Begrüßt werde ausdrücklich die Trägerform eines Zweckverbandes. Die Arbeitsebene liege jetzt bei den Amtsdirektoren der beiden Ämter. Dort solle jetzt die Grundlage für einen Zweckverband (Finanzkraft der Gemeinden, Schülerzahlen, Einwohnerzahlen und Ähnliches) geprüft werden. Im vergangenen Jahr hatte das Amt Probstei gleich zwei neue Zweckverbände (Breitband und Feuerwehr) gegründet. Die Gemeinde hatte aufgrund der Brisanz dieser endgültigen Entscheidung die Sitzung in die Aula der Schule verlegt, um den Bürgern ausreichend Raum zu geben, sich erneut zu äußern. Davon machten vereinzelt auch Laboer Gebrauch, die sich überwiegend an die „Spielregeln der Einwohnerfragestunde“, die Bürgermeisterin Mordhorst gleich zu Beginn ausgegeben hatte. Dass allerdings „vier Fünftel“ aller Anwesenden den Saal nach dem Thema Schwimmhalle verließen, monierte Jürgen Schröder (LWG) als respektlos den Gemeindevertretern gegenüber. Der stellvertretende Landrat Lutz Schlünsen begrüßte das klare Votum für eine „ernste Alternative“. Laboe habe nun als erste Gemeinde in der Region „einen namhaften Betrag auf den Tisch gelegt“. Nun seien die Umlandgemeinden am Zug. „Vielleicht kann auch der Förderverein über seinen Schatten springen und eine solche Alternative unterstützen. Es geht doch um die Möglichkeit, das Schwimmen zu erlernen oder seinem Hobby nachzugehen.“ Er wolle gern beim Werben um Fördermittel helfen, gleichwohl liege die Hauptlast bei der Defizitabdeckung. Er hoffe auch auf ein Signal der Landeshauptstadt Kiel für seine Ostuferregion, so Schlünsen. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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