Für einen Zweckverband "ist es nicht zu spät"

Andrea Erdmann vom Turnverein Laboe nutzte die Jahreshauptversammlung des Fördervereins Pro Schwimmhalle, um erneut an die Gemeinde zu appellieren, erst zu beraten und dann zu entscheiden.

Laboe. Die Mitglieder des Fördervereins „Pro Schwimmhalle“ setzten sich in ihrer Jahreshauptversammlung mit dem von der Gemeinde vorgelegten Gutachten einer Schwimmhallenversorgung für die Region auseinander. Prof. Jörg-Rafael Heim, Berater für Energiewirtschaft, zeigte vor gut 30 Besuchern Chancen für einen Zweckverband auf. Sein Fazit: „Noch ist es nicht zu spät.“ Die Einladung war explizit nicht nur an Mitglieder, sondern auch an alle Interessierten ergangen. Das in mehreren Veranstaltungen der Gemeinde Laboe thematisierte Gutachten stand erneut zur Debatte. Prof. Heim betreut vorrangig kommunale Unternehmen und arbeitet seit zweieinhalb Jahren mit dem Förderverein zusammen. Er zog unter anderem die von den Beratern im Auftrag der Gemeinde berechneten Zahlen in Zweifel. Ein Beispiel war die genannte Summe von knapp neun Millionen Euro für die Sanierung. „Muss die Summe wirklich so hoch sein?“, fragten auch Zuhörer. Heim meinte, er könne „Einzelpositionen“ nicht nachvollziehen, und wiederholte mehrfach, diese Untersuchung sei „gefärbt“ und der Gutachter habe „bei der Erarbeitung das Ergebnis bereits im Kopf“ gehabt. In einem stimme er mit der Untersuchung überein: Ein Zweckverband sei ein vorteilhaftes Betreibermodell. Allerdings habe er bereits vor sieben Monaten ein solches Konzept vorgelegt. Gemeinsam mit dem Förderverein sei es den Fraktionen und einigen Umlandgemeinden vorgestellt worden. „Warum nimmt die Gemeinde dieses Angebot nicht an? Wir haben auch ein Finanzierungsmodell aufgezeigt“, so Heim weiter. So könne der Zweckverband Beiträge erheben. Etwa über eine Art „allgemeine Tourismusabgabe zwischen 50 und 80 Cent für die Urlaubsgäste“. Somit würden die Mitgliedsgemeinden eines Zweckverbands „nur gering belastet“, meinte der Fachberater weiter. Seine Empfehlung: Die Gespräche mit dem Umland forcieren. „Noch ist es nicht zu spät. Wir haben noch Zeit bis Oktober. Die Gemeinde Laboe muss es nur wollen“, sagte Heim. Andrea Erdmann vom Turnverein Laboe hatte erneut bekräftigt, dass die Schwimmsparte mittlerweile mit Wartelisten arbeite und eine Schließung der Halle das Aus der derzeit 330 Mitglieder zählenden Sparte des TVL sei. „Ich appelliere an die Gemeinde, erst zu beraten und dann zu entscheiden“, so Erdmann.
Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

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