Aus Konfusion ein Netzwerk gemacht

Kai Rönnau (am Mikrofon) nahm den Bürgerpreis stellvertretend für alle Helfer entgegen. Er holte Flüchtlinge mit auf die Bühne und warb für eine gute Gemeinschaft der Kulturen

Laboe. Die Sitzplätze im Eingangsbereich der Grundschule reichten nicht aus: Viele Laboer standen, um den Neujahrsempfang der Gemeinde Ostseebad Laboe zu verfolgen. Höhepunkt war die Vergabe des Bürgerpreises 2016. Den überreichte die stellvertretende Bürgermeisterin Wiebke Eschenlauer an Kai Rönnau für seinen Einsatz in der Flüchtlingshilfe. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst stimmte die Bürger auf viele Projekte ein, die in den kommenden Monaten in Laboe auf der Agenda stehen. Kai Rönnau war sichtlich bewegt. Er betonte, er nehme den Bürgerpreis stellvertretend für alle entgegen, die gemeinsam seit zwei Jahren dafür sorgen, dass die neuen Einwohner integriert werden in das Gemeindeleben. Dennoch: Einer musste der Motor und Initiator sein. „Dieser Aufgabe stellte sich Kai Rönnau, als sich im Januar 2015 eine Helfergruppe fand, die sich um geflüchtete Menschen kümmerte, die der Gemeinde zugewiesen worden waren. Aus Konfusion wurden geordnete Abläufe und ein festes Netzwerk, das sich um viel mehr als nur ein Dach über dem Kopf kümmerte“, hob Wiebke Eschenlauer in ihrer Laudatio hervor. Dabei gehe es nicht um Multi-Kulti-Sozialromantik, sondern um gelebte Menschenliebe, sagte sie. Rönnau habe auch die Ausstellungen „Gestrandet“ und die regelmäßigen Begegnungsabende im Freya-Frahm-Haus initiiert, hieß es weiter. Dem Förderverein des Freya-Frahm-Hauses gebühre ein großer Dank für die Pflege und Bereitstellung des Hauses. Als Zeichen, dass inzwischen eine große Gemeinschaft unterschiedlicher Kulturen entstanden ist, holte Rönnau die geflüchteten Menschen auf die Bühne, die in Laboe mittlerweile heimisch geworden sind. Dieses Gefühl, integriert zu sein, bestätigte Kalid Zarka in eindrucksvoller Weise in deutscher Sprache. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst dankte aber auch allen anderen ehrenamtlich Tätigen. Dem Ehrenamt sei ein lebendiges Kulturleben in der Gemeinde zu verdanken. In ihrem Ausblick auf 2017 ließ sie allerdings an der Finanzlage keine Zweifel: „Sie bleibt angespannt. Spielraum für Wünsche bleibt wenig.“ Die Straßensanierung sei mit 650 000 Euro eine der großen Aufgaben ebenso wie die Aufstellung des Bebauungsplanes Krützkoog für rund 180 Wohneinheiten. Zum Stichwort Schwimmhalle hob sie hervor, dass nun nach dem Vorliegen des Gutachtens eine Entscheidung getroffen werden müsse. „Es ist aufgrund unserer Meinungsvielfalt in der Gemeindevertretung eine große Herausforderung, Mehrheiten zu finden“, räumte sie ein. Ihr Wunsch sei ein gemeinsames, sachorientiertes Wirken für die Gemeinde Laboe.
Quelle: Kieler Nachrichten

 

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