Keine Zukunft in Sicht für Meerwasserschwimmhalle

Die Laboer Meerwasserschwimmhalle ist laut Prognose auch nach einer Sanierung nicht wirtschaftlich zu betreiben

Laboe. Die Laboer Meerwasserschwimmhalle ist längst über ihre Lebenslaufzeit hinaus, stark sanierungsbedürftig und entspricht in ihren Angeboten nicht der Nachfrage. Diese Einschätzung treffen die Gutachter der Arbeitsgemeinschaft, die mit der Untersuchung der Zukunftsperspektiven für das Hallenbad beauftragt waren. Im Auftrag der Gemeinde hatten sie drei Varianten zur Schwimmhallenversorgung in der Region errechnet, die sie in der Sitzung des Werkausschusses am Mittwoch vorstellten. Klare Aussage der Fachleute: Sie empfehlen aufgrund der Wirtschaftlichkeitsberechnung keine davon. Klaus Bartz von der Con.pro GmbH Kommunalberatung ließ keinen Zweifel am Zustand der über 40 Jahre alten Schwimmhalle: „Die gesamte Technik ist abgängig.“ Zwar lägen die erreichten Pro-Kopf-Umsätze sogar über dem Bundesdurchschnitt, doch Besucherzahlen im Bad von 33 381 und in der Sauna von 2900 im Jahr seien zu wenig. „Zurzeit bekommt jeder Besucher noch 14,39 Euro geschenkt“, sagte Bartz. So hoch sei der operative Zuschuss, den die Gemeinde je Gast zahlt. Denn die Schwimmhalle sei, wie alle Bäder in Deutschland, von einem Besucherrückgang betroffen. Grund in Laboe: „Das Angebot entspricht nicht der heutigen Nachfrage.“ Und so lassen sich die in der Untersuchung errechneten Modelle zusammenfassen: Nach der Variante 1 kostet eine Sanierung am jetzigen Standort mit unverändertem Angebot rund 8,6 Millionen Euro. Enthalten sind unter anderem Beton- und Fassadensanierung, Neugründung, neue Bädertechnik und die Entsorgung des teilweise mit Asbest belasteten Altmaterials, so der Architekt Simon Wenger von der Firma WSP Deutschland AG). Die Variante 2 rechnet für einen Neubau am jetzigen Standort mit unverändertem Angebot mit einer Summe von 10,5 Millionen Euro. Ein „Neubau auf der grünen Wiese“ beläuft sich der Variante 3 zufolge auf mindestens neun Millionen Euro. Als Betreibermodell wird der Zweckverband gegenüber Genossenschaft, Verein oder dem Privaten favorisiert. Zum Erstaunen der Zuhörer: Die danach prognostizierten Besucherzahlen im Jahr (aktuell rund 33 000) und das Defizit (rund 500 000 Euro) unterscheiden sich kaum vom Status Quo. Denn das Angebot reiche nicht aus, um die durchaus vorhandenen Besucherpotenziale auszuschöpfen, erklärte Batz. „Die Gemeinde sollte noch einmal grundsätzlich diskutieren, welches Ziel sie mit der Anlage verfolgt. Sie haben hier nichts Halbes und nichts Ganzes“, schätzte Batz ein. Er zeigte zwei Wege auf: Entweder einen Neubau zur kommunalen Daseinsvorsorge (Schul- und Vereinsschwimmen sowie ein bisschen öffentlichen Besucherverkehr). Dann sei Laboe aber nicht der richtige Standort. Oder ein Neubau mit dem Fokus auf Tourismus, Gesundheit und Wellness. Dann müsse das Angebot deutlich ausgebaut und nachfragegerecht gestaltet werden. „Für eine Saunalandschaft beispielsweise wäre dieser Standort hervorragend geeignet“, so Batz. Eine inhaltliche Diskussion wollen die Ortspolitiker in der Sitzung des Werkausschusses am Mittwoch, 25. Januar 19 Uhr, führen. Quelle: Kieler Nachrichten

 

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