Fasziniert von der Seefahrt

Rüdiger von Ancken ist mit der Seefahrt verbunden. Nun hat er ein Buch über den Maler Walter Zeeden herausgebracht. Foto: Astrid Schmidt

Seit sechs Jahren lebt Kapitän Rüdiger von Ancken zur Hälfte seiner Zeit in Laboe. Seine Liebe gilt nicht nur der Seefahrt, sondern auch der See und allem, was damit zu tun hat. Nun hat er gemeinsam mit dem deutschen Seefahrthistoriker Lars U. Scholl ein Buch über den Marinemaler Walter Zeeden (1891-1961) herausgebracht. Rüdiger von Ancken wohnt in Schenefeld im Kreis Pinneberg, wenn er nicht in seiner Zeitwohnung in Laboe anzutreffen ist. Der 72-Jährige ist sein Leben lang zur See gefahren und möchte keinen Tag davon missen. Schuld an der Seefahrer-Karriere hat eigentlich der Marinemaler Walter Zeeden. Der illustrierte die Seefahrts-Heftchen, mit denen von Ancken aufgewachsen war. „Seine Bilder in den Heftchen, die ich meist gebraucht für einen Groschen gekauft habe, haben mich zur Seefahrt gebracht“, erinnert er sich. Dass er einmal ein Buch über ihn schreiben und sein Leben erforschen sollte, ahnte von Ancken damals noch nicht. Er begann als Decksjunge, fuhr schließlich als Steuermann zur See und machte das nautische Patent für die „Große Fahrt“. Bis heute ist er aktiv, fährt das größte fahrtüchtige Museums-Frachtschiff, die „Cap San Diego“, die mit ihrer eleganten Silhouette das Hamburger Hafenpanorama prägt.  Die Idee zu dem Buch lieferte der Leiter des Deutschen Schifffahrtsmuseums und Seefahrtshistoriker Lars U. Scholl. Mit dem Professor begann von Ancken gemeinsam zu recherchieren, sich festzubeißen an der Geschichte des Walter Zeeden, der eigentlich im Lokomotivbau zu Hause war, dann aber als Illustrator und Maler für die Kriegs- und später die Reichsmarine tätig war.  „Es hat 13 Jahre gedauert, bis das Buch fertig wurde, aber es hat dem Projekt, das durchaus den Wert einer wissenschaftlichen Arbeit hat, gut getan“, sagt von Ancken. Es enthalte nicht nur die Werke von Walter Zeeden, sondern auch eine historisch fundierte Beschreibung seiner Lebensstationen, wie unter anderem die Studienzeit an der Maschinenbauschule Stettin von 1913. Auch wo Walter Zeeden im Ersten Weltkrieg kämpfte, ist dokumentiert, ebenso wie die Entdeckung durch den Marineschriftsteller Fritz Otto Busch, der das Talent Zeedens förderte.  Ans Aufgeben habe er trotz der teilweise mühsamen Recherche nie gedacht. Dabei war es oft sehr langwierig, bis er den Faden wieder aufnehmen konnte, ohne eine Lücke zu hinterlassen. Beispielsweise habe es ein dreiviertel Jahr gedauert, bis er von der Wehrmachtsauskunftsstelle die Informationen erhielt, um den Weg Zeedens bis 1945 verfolgen zu können. „Wenn ich mich erst in etwas verbissen habe, lasse ich nicht locker“, erzählt von Ancken. Stolz hält er nun das Buch in Händen. Das enthält auch viele Bilder aus der Feder von Walter Zeeden, die ihn ganz persönlich bewegen und an seine aktive Seefahrerzeit erinnern. Erschienen ist das Buch mit einer Auflage von 1100 Exemplaren im Oceanum-Verlag.  

 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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