Eine Grüne wird Genossin

Inken Kuhn verlässt die Fraktion der Grünen in Laboe und wechselt in die SPD-Fraktion. Das neue Parteibuch hat sie bereits in der Tasche.

Laboe. Sie zog 2013 als Grünen-Vertreterin mit ihrer Partei in die Gemeindevertretung in Laboe ein, wurde Fraktionsvorsitzende und wechselt nun die Fraktion: Inken Kuhn. Die 45-Jährige erklärte im Gespräch mit dieser Zeitung ihre Beweggründe. Ein wesentliches Argument dafür sei die innere Zerrissenheit ihrer Partei, berichtete Kuhn. Das neue Parteibuch hat Inken Kuhn bereits in der Tasche. Eines betonte Inken Kuhn gleich vorweg: Sie gehe nicht im Zorn mit ihrer Fraktion, mit der sie stets gut zusammen gearbeitet habe. Deshalb habe sie sich die Entscheidung auch nicht leicht gemacht. „Aber die Gedanken bewegen mich schon sehr lange“, sagte die ehemalige Fraktionsvorsitzende. Eigentlich sei sie als Grüne angetreten und auch als Grüne gewählt worden, doch immer öfter habe sie festgestellt, dass ihre Ziele mehr mit dem übereinstimmen, was von SPD-Seite vertreten werde. „Erste große Zweifel kamen mir, als sich 2014 die Grünen Aktiven Laboe (GAL) abspaltete“, erzählt die Laboerin weiter. Weder inhaltlich noch mit dem „polemischen und polarisierenden Stil“ der GAL könne sie sich identifizieren. „Eine grüne Partei plädiert für die Privatisierung der Eigenbetriebe. Wenn das grüne Politik ist, ist das in Ordnung, aber dann ist es nicht mehr meine Partei“, so Kuhn. Mit Blick auf die Kommunalwahl 2018 sagt sie ganz klar: „Ich möchte auch weiterhin Kommunalpolitik machen, aber nicht mit den Vertretern der GAL auf einer Liste stehen.“ Ihre Kritik gilt auch dem Ortsvorsitzenden der Grünen, Michael Meggle. „In seiner Funktion hat er versagt. Es kann nicht sein, dass der Ortsvorsitzende der Grünen Partei der GAL angehört. Wenn sich ein Bürger für Grüne Politik interessiert und sich an den Ortsvorsitzenden wendet, gelangt er automatisch zur GAL“, beschreibt sie die Situation. Auch inhaltlich sei sie immer öfter von den Argumenten ihrer Fraktion entfernt gewesen, wie beispielsweise in Sachen sozialer Wohnungsbau oder aber der Schwimmhallen-Offensive. „Ich war zum Beispiel mit dem Flyer unseres Kreisvorsitzenden Karl-Martin Hentschel nicht einverstanden, konnte mich aber nicht durchsetzen“, beschreibt sie den jüngsten Konflikt. Mit Inken Kuhn wechselt auch Ralf Mattern von der Fraktion der Grünen in die SPD-Fraktion, die damit sieben Köpfe hat und mit der LWG gleichstark ist. In der SPD-Fraktion wird die neue „sehr gern“ aufgenommen, wie der Fraktionsvorsitzende Volkmar Heller bestätigte. Von den Grünen betonte Jens-Dittmann Wunderlich: „Wir haben immer gerne und konstruktiv zusammengearbeitet und viele grüne Themen positiv voranbringen können.“ Die CDU stellt unter anderem dazu fest: „Wer seinerzeit in Laboe grün gewählt hat, kann eigentlich nur noch enttäuscht sein“, so der Laboer CDU-Ortsvorsitzende Günter Petrowski mit Blick auf die Ereignisse. In der Gemeindevertretersitzung am Mittwoch, 16. November, 19 Uhr, in der Cafeteria der Grundschule werden die Ausschüsse entsprechend neu besetzt.
Quelle: Kieler Nachrichten

 

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