40 Jahre Lesefreude

Renate Bast-Christ leitet seit 17 Jahren die Gemeindebücherei und stellt sich auf die veränderte Nachfrage aktuell ein. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Die Gemeindebücherei in Laboe lockt seit 40 Jahren alle Altersgruppen an. Am Samstag, 29. Oktober, wird der Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür von 10 bis 16 Uhr gefeiert. Bücherwürmer und Gäste können sich auf einen Bücherflohmarkt, Vorlesestunden für Kinder und Verlosungen freuen. Renate Bast-Christ leitet seit 17 Jahren die Gemeindebücherei und hat einen Großteil der Entwicklung mitgestaltet. „Es waren damals Frauke und Werner Petersen, die aus Leck nach Laboe gezogen waren und eine Bücherei vermissten“, erzählt Bast-Christ von den Anfängen. „Maak man“ hatte der damalige Bürgervorsteher Peter Beckurts die beiden Neubürger ermuntert, sich für eine öffentliche Bücherei zu engagieren. Das Paar schaffte es, Entscheidungsträger im Rathaus und in der Politik der Gemeinde zu überzeugen und die Bücherei bekam in der Hafenbörse (Börn) im damaligen Fernseh- und Filmraum des Kurbetriebes ihren Platz. Die beiden Initiatoren übernahmen auch gleich die Leitung der Einrichtung. Statt offener Bücherregale gab es zunächst verschließbare Stahlschränke, in denen die Bücher verstaut werden mussten. Denn der Kurbetrieb nutzte den Raum mit. Die Resonanz gab dem Ehepaar Peters recht. 1989 wurde die Einrichtung von 50 Quadratmeter auf 110 erweitert, weil sie den Raum des benachbarten Jugendzentrums dazu bekam. 1990 übernahm Gisela Hoffmann die Regie, die dann von Renate Bast-Christ zunächst vertreten wurde. Im Jahr 2000 übernahm die heute 64-Jährige den kleinen Betrieb, der ihr „ans Herz gewachsen“ ist. „Es macht einfach Spaß die Kinder zu erleben, neue Bücher zu entdecken und die Lesefreude weiterzugeben“, erzählt sie. Große Freude habe sie am Zusammenstellen von thematischen Büchertischen, wie aktuell zu Halloween. Ein besonderes Ereignis war für sie der Umzug von der Börn in das ehemalige Schulgebäude, das heute auch die Volkshochschule sowie den Turnverein Laboe beherbergt und zum Sport- und Bildungszentrum wurde. „Es war ein echter Meilenstein für uns“, sagte Bast-Christ mit Blick auf die hellen, großzügig geschnitten Räume mit Abstell- und Bürotrakt. Damit konnten auch zunehmend Lesungen, Buchvorstellungen oder andere Veranstaltungen in der Bücherei angeboten werden. Und auch wenn sich die Medienvielfalt deutlich vergrößert hat, Hörbücher und Videos hinzugekommen sind – die Bücher seien nach wie vor bei allen Altersgruppen gefragt, weiß Bast-Christ. Sie fühlt sich in ihrer Arbeit seit jeher von der Gemeinde gut unterstützt. Die schreibt der Einrichtung auch nach vier Jahrzehnten eine „große Bedeutung“ zu. „Uns ist die Bücherei als eigene Einrichtung sehr wichtig“, betonte Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst. Besonders hob sie das „große Engagement“ der Leiterin hervor. Eine Maßnahme konnte nach acht Jahren nun endlich umgesetzt werden: die Behindertenrampe am Eingang. Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten 

 

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