Lachmöwen setzen auf Ohnsorg-Flair

Ohnsorg-Theater-Flair. Klaus Laukat, Traute und Jan Steffen sind fast von der ersten Stunde an dabei. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Was vor 30 Jahren mit ein paar Europaletten als Bühne und vier Vorstellungen im Jahr begann, wurde zu einer Erfolgsgeschichte, die auch nach drei Jahrzehnten noch anhält. Die Rede ist von der Niederdeutschen Bühne Laboe. Die Laboer Lachmöwen feiern am Sonntag, 30. Oktober, ihren 30. Geburtstag in ihrem eigenen Theater mit einer Jubiläumsvorstellung für geladene Gäste. Damit sagen die Spieler einmal auf besondere Weise all denen Danke, die ihren Weg begleitet, geebnet und unterstützt haben. Wenn Traute Steffen und Klaus Laukat sich an die Anfänge erinnern, müssen sie selbst staunen. Nicht nur, dass drei Jahrzehnte vergangen und sie mittlerweile über 70 Jahre alt sind, sondern was sie so ganz nebenbei geschaffen haben. Denn sie sitzen in ihrem eigenen Theater, das aus allen Poren echtes Ohnsorg- Flair versprüht. Entstanden ist das alles durch eigene Arbeit, stetiges Engagement und Durchhaltevermögen, nicht nur auf der Bühne. Die bauten sich die Spieler, die der damaligen Initiatorin Erna Kropp gefolgt waren, aus ein paar Europaletten selbst. De gode Partie war das erste Stück, das in Laboe noch unter dem Dach der Awo aufgeführt wurde. Mit großem Erfolg. „Wir haben uns damals aus versicherungstechnischen Gründen einem Verein anschließen müssen und so haben wir neun Jahre als Awo- Theatergruppe gespielt“, erinnerte sich Traute Steffen. Sie hatte zwei Jahre später die Leitung der Gruppe übernommen, die damals noch in der Hafenbörse und dann in der Schule ihr Stück spielte. „Wir spielen solange, bis jeder Laboer das Stück gesehen hat“, hieß es damals. „Das gelang uns damals nicht, und das gelingt uns heute nicht“, schätzt Steffen kritisch ein. Sie holte ihren Ehemann Günther und schließlich auch Sohn Jan nebst Schwiegertochter mit ins Theaterboot, sodass rechtzeitig für Nachwuchs gesorgt war. Die Nachfrage aus dem Publikum stieg von Jahr zu Jahr – und zwar von außerhalb. So machten sie sich 1996 mit Unterstützung von Klaus Laukat, der bis heute das Organisatorische regelt, schließlich selbstständig und gründeten einen Verein, der schnell rund 300 Mitglieder zählte. Heute sind es rund 200, gut ein Dutzend davon sind Spieler. Ein Meilenstein war 2004 der Einzug in den ehemaligen Kindergarten, den sie in ihr „eigenes“ Theater umbauten. Die Voraussetzungen dafür schuf die Gemeinde unter dem damaligen Bürgermeister Sönke Körber, der per Eilentscheidung die Weichen stellte. Damit begann die Bühne, ein zweites Stück im Jahr zu proben. Heute werden Sommer und Winterstück 40 bis 50 mal gespielt. Inzwischen ist aus einem kurzfristigen ein langfristiger Vertrag geworden. „Zurzeit ist ein Erbbauvertrag in Arbeit, damit wir Planungssicherheit haben“, sagte Jan Steffen. Denn jeder Euro, der erspielt wird, fließt in das Haus. 2007 wurde ein neues Foyer angebaut, Fußboden, Gestühl, Vorhang (beides original Ohnsorg-Theater), Werkstatt und Requisitenraum (2012) entstanden. Geplant sind nun die Sanitäranlagen und der Küchenbereich, gespart wird für ein neues Dach. Nicht nur das Interieur wird ständig verbessert, sondern auch das Können auf der Bühne. Die Laien perfektionieren in Workshops auf der Schauspielschule ihr Spiel. So erinnert nicht nur das Gestühl und der rote Samtvorhang an das Ohnsorg-Theater, sondern auch die Bühnenpräsenz kann mithalten. Kein Wunder also, dass oft schon 400 Karten verkauft sind, bevor bekannt ist, welches Stück gespielt wird. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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