Alleingang“ des Fördervereins sorgt für Unmut

Die Laboer Meerwasser-Schwimmhalle bleibt mindestens bis zum 30. Oktober 2017 geöffnet

Laboe. Die Mitglieder des Fördervereins Hallenbad Laboe präsentieren jetzt ein Rettungskonzept für die Meerwasser-Schwimmhalle. Der vom Verein beauftragte Experte empfehle einen Zweckverband, heißt es in einer Pressemitteilung des Fördervereins. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst ist enttäuscht über diesen „Alleingang“ des Vereins. Sie hätte sich zunächst eine Information darüber gewünscht, um als Verhandlungsführerin gemeinsam mit dem Förderverein ein Ergebnis präsentieren zu können. „Das war mein Auftrag“, sagte sie auf Nachfrage. Der Förderverein teilt mit, als Lösungsmodell werde die Gründung eines Zweckverbands empfohlen. Der könne durch eigene Abgaben, beispielsweise eine Tourismusabgabe von weniger als einem Euro je Übernachtung eine solide Finanzbasis schaffen. So würde der Laboer Gemeindehaushalt weitgehend entlastet. „Auch andere Gemeinden, die sich beteiligen, müssten geringe Beiträge aufbringen. Ginge die Laboer Politik diesen Weg, bliebe nicht nur die Schwimmhalle erhalten, sondern es könnten auch Mittel für dringend notwendige Investitionen oder einen späteren Neubau angespart werden“, teilte der Verein mit. Der Förderverein begrüße ausdrücklich den Beschluss der Gemeindevertretung, die Halle verbindlich bis zum Herbst 2017 weiter zu betreiben (KN berichteten). Dies verschaffe den nötigen Zeitraum, um die Gründung eines Zweckverbands vorzubereiten. Mit gutem Willen auf allen Seiten könne der Laboer Haushalt so bereits 2018 von den Betriebskosten der Halle entlastet sein. „Für diese Lösung braucht auch das seit langem ausstehende Gutachten zur Schwimmbadversorgung der Region nicht abgewartet werden, denn das Finanzierungskonzept passt für eine Sanierung oder Neubau“, so der Förderverein. Zum Hintergrund: Bisher war Stillschweigen vereinbart worden über die Gespräche zwischen Bürgermeisterin und Förderverein. Der sah nun für sich den Zeitpunkt gekommen, über die Zukunft der Schwimmhalle auch mit den politischen Fraktionen zu diskutieren. „Die falsche Reihenfolge“, meint Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst. Sie sei die Verhandlungsführerin und habe erwartet, dass diese Vorschläge zunächst mit ihr besprochen werden. Doch sie habe erst auf Anfrage die Power-Point-Präsentation erhalten, sagte sie. „Schade. Denn wir hatten eine gute Gesprächsatmosphäre“, meinte Mordhorst. Sie war der Einladung des Fördervereins nicht gefolgt, ebenso wenig wie die SPD- und die CDU-Fraktion. Auch die LWG-Fraktion zeigte sich überrascht, dass ihnen quasi von einer Seite der Verhandlungspartner ein Lösungsmodell vorgestellt worden war. „Das ist überdies nicht neu und nimmt erneut den Förderverein aus der Verantwortung“, sagte Carsten Leonhardt. Die Grünen-Fraktion zeigte sich „nur auf den ersten Blick“ angetan von der Idee, aber es sei noch sehr vieles zu prüfen. „Wir hätten uns gewünscht, dass darüber zunächst am Verhandlungstisch gesprochen wird“, sagte Inken Kuhn. Irritiert sei sie, weil der Förderverein mit dem vorgeschlagenen Modell erneut die Verantwortung abgebe, so Kuhn. Die Fraktionsvertreter der Grünen Aktiven Laboe begrüßten die vorgestellte Lösung.
Quelle: Kieler Nachrichten

 

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