Eine Plakette für den Denkmalschutz

Landeskonservator Michael Paarmann übergab die Denkmalschutzplakette für den Hafenpavillon an Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst. Einen Satz Spezialschrauben gab es gleich dazu. Foto: Astrid Schmidt

Der Laboer Hafenpavillon steht seit 2003 unter Denkmalschutz. Jetzt überreichte Landeskonservator Michael Paarmann die offizielle Denkmalschutzplakette für das markante Gebäude an Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst.  20 bis 30 Plaketten vergebe seine Behörde im Jahr. „Nicht jedes eingetragene Denkmal bekommt eine Plakette“, so der Denkmalschützer. „Wir wollen mit dieser Plakette nicht nur auf ein besonderes Kulturdenkmal hinweisen, sondern uns bei den Bürgern und Institutionen bedanken, die sich um den Erhalt eines historisch bedeutsamen Gebäudes bemühen. Denn dazu gehört viel Zeit und Geld“, so Paarmann. Gleichzeitig solle sie aber auch Ansporn für die Eigentümer historisch bedeutsamer Gebäude sein, am Erhalt und der Wiederherstellung zu arbeiten, betonte der Landeskonservator.  Der Hafenpavillon stammt aus den 1920er Jahren. Zum Gebäude gehört auch der älteste Rettungsschuppen der Seenotretter. Der Pavillon, den derzeit zahlreiche Werbeschilder und Leuchtreklame der darin beheimateten Kioske verunstalten, sei besser erhalten, als es auf den ersten Blick aussehe, schätzte Paarmann ein. Er erinnerte an die lange Diskussion mit den Laboern seinerzeit um die Eintragung in das Denkmalbuch. „Es gab viel Hin und Her und einen Widerspruch, aber wir haben uns nie vor Gericht gesehen“, so der Landeskonservator. Jetzt gebe es vielleicht etwas mehr Verständnis für das Thema. „Es ist viel passiert an diesem Haus, und nicht alles ist gut“, sagt Paarmann und bescheinigte „erheblichen Verbesserungsbedarf.“ Denn viele Details zeugen beim genauen Hinsehen noch vom Originalzustand und dem Charme des Gebäudes. Als Beispiele nannte er die Gliederung der Fassade mit ihrer „Bauchbinde“, eine Art Fries im oberen Bereich, die Schiebefenster, die Rundungen im Mauerwerk und die Einlassungen darin. „Aber wir müssen uns Gedanken machen über die künftige Gestaltung. Es gibt nie nur einen Weg für den Erhalt und die Wiederherstellung des Ursprungscharakters“, erklärte der Denkmalschützer. Er verwies auch auf die enge Zusammenarbeit seiner Behörde mit den Eigentümern und bot Unterstützung an. Es gebe viele Förderprogramme, die die Gemeinde nutzen könne, wenn das Gebäude mehr mit öffentlichen Inhalten gefüllt und die jetzt vorhandene kleinteilige Nutzung durch Geschäfte überdacht würde.  Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst versicherte, diese Plakette „ist uns zugleich Verpflichtung, künftig mehr für den Erhalt dieses Gebäudes zu tun“. Einen Satz Spezialschrauben gab es gleich zur Plakette dazu, damit „Souvenirjäger“ gar nicht erst in Versuchung kommen, die Plakette mitzunehmen.  

 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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