Auf der Suche nach Kita-Plätzen

Auf dem Gelände des im vergangenen Jahr abgerissenen alten Schulgebäudes an der Dorfstraße sollen nun möglicherweise Container für Kinder-Tagespflege aufgestellt werden

Laboe. Für das Gelände an der Dorfstraße, auf dem bis 2015 das alte Schulgebäude Haus I stand, gab es in Laboe schon viele Vorschläge. Nun kam der Bildungsausschuss auf die Idee, dort vielleicht Container für die Tagespflege aufzustellen, um die akute Lücke bei der Kita-Versorgung zu schließen. Wie berichtet, kann der Bedarf an Kita-Plätzen in Laboe nicht mehr gedeckt werden. Durch weitere Anmeldungen hat sich die Lage verschärft. Mittlerweile fehlen nach Angaben von Abteilungsleiter Jürgen Dräbing 17 Plätze für Kinder im Alter unter drei Jahren und zehn Plätze für Kinder über drei. Für die kleineren Kinder könnten Tagesmütter eingestellt werden. Die vom Ausschuss erbetene Nachfrage des Amts beim Awo-Elternservice in Schönkirchen, der Tagespflegekräfte ausbildet, ergab, dass drei oder vier Absolventinnen des aktuellen Kurses, der im Sommer endet, an einer Tätigkeit in Laboe Interesse hätten. Im Ausschuss kamen Zweifel auf, ob sich dafür Wohnraum finden ließe. Deshalb wird erwogen, wie bei der Tagespflege in Stein Container einzusetzen und diese auf dem Gelände Haus I aufzustellen. Als später über die Vorschläge zur Nutzung des Geländes diskutiert werden sollte, erklärte der Ausschussvorsitzende Volkmar Heller, es gebe „viele Ideen, die im Augenblick alle nicht zu realisieren sind“. Es gab keine Beratung, die Beschlussvorlage wurde wegen der Container-Idee zurückgestellt. Zuvor waren zur Kita-Versorgung die von Dräbing vorgeschlagenen Maßnahmen einstimmig beschlossen worden. Danach sollen Kindertagesplätze möglichst in freier Trägerschaft geschaffen werden. Auf Wunsch des Ausschusses werden dafür nicht nur Wohnungen, sondern auch Container gesucht. Außerdem soll mit den Trägern der Kitas und dem Kreis eine – auf Wunsch des Ausschusses nur temporäre – Überbelegung geprüft werden. Dräbing räumte ein: „Sicher ist das pädagogisch nicht optimal.“ Ebenfalls für lange Diskussionen sorgte erneut die vor vier Jahren begonnene Suche nach einem Standort für einen naturnahen Spielplatz. Am Ende gab es wieder eine Mehrheit für den Kurpark. Nur die beiden CDU-Vertreter und der GAL-Vertreter sprachen sich für den Naturerlebnisraum aus. Vom SPD-Antrag auf Einstellung einer hauptamtlichen Kraft für die Flüchtlingsbetreuung blieb am Ende nur der zweite Teil übrig – beschlossen wurde, die Bürgermeisterin zu beauftragen, mögliche Fördermittel für eine Stelle zu prüfen. Zuvor hatte Kai Rönnau (GAL) vom Helferkreis erklärt, dass der Antrag aus seiner Sicht zu spät komme. Viele Arbeiten seien erledigt, die 68 Flüchtlinge seien alle „gut angekommen“, alle „unmittelbaren Bedürfnisse“ seien gedeckt und angesichts „immer noch großer Hilfsbereitschaft“ sei man mit dem ehrenamtlichen Kreis und dem Amt „gut aufgestellt“. Viele Flüchtlinge seien inzwischen so weit, dass sie vieles allein regeln können und wollen. Dräbing wies darauf hin, dass es künftig einmal pro Woche in Laboe eine Sprechstunde des Amts für Flüchtlinge geben soll.
Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

Zurück