Sprechstunde statt Polizeistation in Laboe

Bei seinem nächsten Laboe-Besuch sollen Innenminister Stefan Studt (links, SPD) die Unterschriften von über 2500 Bürgern übereicht werden, die sich gegen die Schließung der Polizeitstation im Ort aussprechen

Laboe. Die Landesregierung bleibt bei ihrem Aus für die Polizeistation Laboe. Innenminister Stefan Studt kündigte aber in einem Schreiben an die Kreisverwaltung in Plön an, dass es ab 2017 regelmäßig Sprechstunden der Beamten in dem Förde-Ort geben wird. Auf Nachfrage erläuterte Pressesprecher Patrick Tiede weiter: „Wir wollen schauen, ob das bei den Bürgern ankommt.“ Man werde die Ergebnisse danach auswerten. Einzelheiten zu den neuen Sprechstunden – Ort, Dauer und die Wochentage – stünden noch nicht fest. Nur soviel: Die Sprechstunden sollen zwischen dem 1. April und dem 30. September während des Bäderdienstes mit zusätzlichen Beamten abgehalten werden. Der CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Werner Kalinka erneuerte seine Kritik an der Schließung der Dienststelle in Laboe. Von Frühjahr bis Herbst würden inklusive der fünf Bäderbeamten insgesamt zehn Polizisten ihren Dienst in Laboe verrichten. Es handele sich also keineswegs um eine kleine Station. Die Laboer Station sei in einem zentral gelegenen Gebäude untergebracht, das dem Land selbst gehöre. Laboe habe fast 5000 Einwohner und zähle rund 400 000 Übernachtungen von Urlaubern. Kalinka: „Und das soll kein Bedarf für eine Polizeistation sein?“ Eine Bürgersprechstunde in den Sommermonaten könne nicht im Ansatz eine Polizeistation ersetzen. Innenminister Studt plant, Laboe am 26. Juli einen Besuch abzustatten. Dann werden ihm SPD und Wählergemeinschaft die Unterschriften von über 2500 Bürgern überreichen, die sich gegen die Schließung aussprechen. Neben den örtlichen Parteien und der Bevölkerung reiht sich auch der Handwerker- und Gewerbeverein Laboe in die Reihen der Kritiker ein. Der Plöner Kreistag hatte in einer Resolution gefordert, die Schließung zunächst bis 2019 auszusetzen. Die Polizei schloss seit 2013 mehrere kleinere Dienststellen im Kreis Plön zum Beispiel in Hohwacht, Ascheberg oder Probsteierhagen. Mit der Schließung einher ging eine Verlagerung von Schutzpolizisten aus dem Kreis Plön in die Kieler Reviere, wo es eine höhere Einsatzdichte gibt. Die Polizeiführung entgegnete den Kritikern, dass sich die Zahl der eingesetzten Streifenwagen nicht verändern werde. Die Präsenz der Polizei vor Ort sei nicht abhängig von Gebäuden. hjs
Quelle: Kieler Nachrichten

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