Fußgängerzone sorgt weiter für Diskussionen

Reger Fahrzeugverkehr in der Fußgängerzone in Laboe sorgt für Unmut. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. In der Gemeinde Laboe wird ein altes und viel diskutiertes Thema wieder aufgegriffen: Die Gestaltung der Reventloustraße, um den Fahrzeugverkehr in der als Fußgängerzone ausgewiesenen Straße zu reduzieren. Die Grünen Laboe schlugen vor, die vorhandenen Blumenkübel so zu versetzen, dass eine geschlängelte und in der Breite reduzierte Fahrbahn entsteht. Das allerdings fand keine Mehrheit. Der Grünen-Vorstoß löste eine Diskussion um das Grundsatzproblem aus: Ab Höhe Probsteier Platz ist die Reventloustraße als Fußgängerzone gekennzeichnet, Anlieger und Lieferverkehr haben freie Fahrt. Doch allzu viele, vor allem Laboer, fühlen sich offenbar als Anlieger, auch wenn sie eine der dort befindlichen Banken oder den Bäcker aufsuchen. „Das könnte unter anderem daran liegen, dass die Sichtachse Richtung Dellenberg durch keinerlei Form unterbrochen ist“, mutmaßt die Grünen-Fraktionschefin Inken Kuhn. Sie schlug vor, die auf beiden Seiten stehenden Blumenkübel und Bänke so zu verrücken, dass eine kurvige Straßenführung entsteht und die Straßenbereite auf 2,50 Meter verringert werde. „So könnte nur ein Fahrzeug zurzeit durchfahren“, so Kuhn weiter. Hans-Joachim Scheffler (GAL) stimmte dem als „verkehrsreduzierende Maßnahme“ zu und sprach sich darüber hinaus für eine „Sackgassenregelung mit Poller-Lösung wie im Hafenumfeld“ aus. Dem erteilte die LWG eine Abfuhr. „Das ist eine blödsinnige Idee und nicht durchdacht“, wetterte Jürgen Schröder. Sattelschlepper, Feuerwehr, Lkw und ähnliche Fahrzeuge könnten dort nicht wenden. Auf ein technisches Problem verwies Thomas Nebendahl (SPD): „Wir haben hier einen Schwerlastbereich auf einem sehr sensiblen Pflaster.“ Jede Lenkbewegung sorgt für ein Verschieben der einzelnen Steine, was Schäden und Absackungen zur Folge habe, wie an vielen Stellen bereits sichtbar. Die waren in der Vergangenheit bereits mehrfach partiell ausgebessert worden – ohne viel Erfolg. „Wir müssen an jeden Bürger appellieren, nicht einfach dösbaddelig dadurch zu fahren und wer sich nicht daran hält, der muss mit saftigen Geldstrafen belegt werden“, forderte Schröder. Auch sein LWG-Fraktionskollege Carsten Leonhardt warnte mit Blick auf die Feuerwehr vor einer kurvigen und schmaleren Fahrbahn. „Wir müssen dazu mit der Feuerwehr Rücksprache halten“, riet er. Die Aussage von „alt gedienten“ Ortspolitikern, über das Problem werde schon so lange geredet, ohne es gelöst zu haben, war Kuhn „zu mager“. „Die Leute müssen das Gefühl haben, es ist eine Bremse da,“ sagte sie. Am Ende zog die Grünen- Fraktion ihren Antrag zurück, um zunächst auf „Rückmeldung von der Feuerwehr“ zu warten. asc 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

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