Kampf um die Schwimmhalle geht weiter

Der neue Vorstand des Fördervereins gibt den Kampf um den Erhalt der Schwimmhalle nicht auf: (von links) Uwe Thies, Tanja Petsch, Elfi Wedel, Manfred Beelert, Maren Biewald, Christian Matthes und Manfred Krutzinna.

 

LABOE. Der Förderverein Hallenbad Laboe kritisiert den schleppenden Verlauf der Gespräche zur Halle. „Das ist nicht der konstruktive Prozess, den wir erhofft hatten“, sagte Manfred Krutzinna. Maren Biewald appellierte an die Gemeinde: „Bemühen Sie sich endlich um die Umsetzung des Bürgerentscheids.“ Stattdessen werde die Attraktivität der Halle immer weiter beschädigt. Vorstandsmitglied Krutzinna beklagte auf der Jahresversammlung des 596 Mitglieder starken Vereins einen „Reparatur- Stau“ in der Meerwasserschwimmhalle. Nach Ansicht des Vereins verlange der Bürgerentscheid für den Erhalt der Halle vom September 2014, die Halle so zu erhalten, wie sie war. Die Einführung der Kurabgabe für Schwimmbad- Besucher und die Einführung einer Mittagspause würden immer mehr Badegäste „vergraulen“. Nach dem ersten Gespräch mit Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst gab es noch eine gemeinsame Erklärung, danach nicht mehr, weil sie Vertraulichkeit verlangt habe. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass man nicht wollte, dass dokumentiert wird, was wir besprochen haben“, sagte Krutzinna. „Der verheißungsvolle Auftakt der Gespräche hat sich leider nicht bewahrheitet“, bedauerte er und betonte: „Die Gemeinde hat den Auftrag des Bürgerbegehrens erhalten, nicht wir.“ „Unsere große Hoffnung hatten wir auf die Kieler Bäder GmbH als Betreiber gesetzt. Doch die Sache wurde gründlich vergeigt“, erklärte Vorstandsmitglied Maren Biewald. Nachdem die Gemeinde ihr Zahlen vorgelegt hatte, habe die GmbH abgewunken. Sollten aber Laboe und die Umlandgemeinden sich entscheiden, ein neues Bad zu bauen, würde Kiel dieses gern mitbetreiben. Möglichst noch vor der Sommerpause will der Verein der Gemeinde seine Vorschläge für die Halle vorlegen. „Wir glauben nach wie vor, dass es klug ist, eine Schwimmhalle in Laboe zu haben – und nicht irgendwo in der Probstei“, sagte Biewald. Es wäre dagegen nicht klug, für den Transport der Schüler zum Schwimmunterricht viel Geld zu bezahlen. Der Verein sei überzeugt, dass eine maßvolle Sanierung der alten Halle sinnvoll ist, ein verbessertes Nutzungskonzept die Betriebskosten senken und ein besseres Marketing die Besucherzahlen steigern kann. „Wir glauben aber nicht mehr, dass wir oder ein zukünftiger Betreiber diese Halle derzeit übernehmen kann und sollte, weil die Halle bewusst runtergewirtschaftet wurde und alles unternommen wurde, um die Besucherzahlen zu senken“, sagte Biewald. „Wie sollen wir es denn verstehen, dass einerseits mit uns Gespräche noch laufen, unsere Vorschläge noch gar nicht bekannt sind, andererseits aber bereits unterschiedliche Schließungstermine genannt werden?“, fragte Biewald. Sie forderte die Gemeindevertretung auf: „Bemühen Sie sich endlich um die Umsetzung des Bürgerentscheids! Schließen Sie nicht einfach unsere Halle, nutzen Sie sie, bis eine neue Halle steht – und zwar in Laboe!“ Die Satzung wurde mit großer Mehrheit so geändert, dass es jetzt einen gleichberechtigten Vorstand gibt. „Der Vorstand führt als Gruppe diesen Verein“, erklärte Krutzinna. Nachdem der bisherige erste Vorsitzende Hartmut Mai aus familiären Gründen ausgeschieden ist und sich keine neuen Kandidaten gefunden haben, wurden die zuletzt im Vorstand vertretenen Mitglieder einstimmig erneut gewählt. Von Thomas Christiansen Quelle: KN

 

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