Mit Wärmebecken fit für die Zukunft?

Gert Mißfeldt und Michael Meggle schlagen ein Therapie- und Wärmebecken auf dem Dach des rot verklinkerten Blockheizkraftwerks an der Meerwasserschwimmhalle. Foto Thomas Christiansen

 

LABOE. Mit einem Wärmebecken könnte das Meerwasserschwimmbad Laboe zu einem Therapiebad ausgebaut werden. Die Idee zur Erweiterung des Gesundheitsangebots in der Halle stammt vom ehemaligen Schwimmmeister Gert Mißfeldt. Der Förderverein hat den Vorschlag jetzt der Gemeinde vorgelegt. „Wir haben Meerwasser – das wird viel zu wenig beachtet“, meint Mißfeldt. Darin würden zum Beispiel Kinder auch viel schneller schwimmen lernen. Und mit einem Wärmebecken mit 33 Grad Wassertemperatur könnten gezielt therapeutische Anwendungen angeboten werden. „Das warme Meerwasser lockert das ganze Binde- und Muskelgewebe und das schon bei ganz leichten Bewegungsabläufen“, erklärt Mißfeldt. „Wir tüfteln daran schon länger“, sagt Michael Meggle vom Förderverein Hallenbad. Unter Leitung von Mißfeldt hat eine der Arbeitsgruppen im Förderverein dazu jetzt einen konkreten Vorschlag erarbeitet. Als Therapiebad könne die Schwimmhalle neu belebt werden, meint Meggle. Nach den Plänen von Mißfeldt könnte ein 7,50 mal 5,50 Meter großes Therapie- und Wärmebecken mit einer Wassertiefe von 1,20 Meter auf das kleine Blockheizkraftwerk neben der Schwimmhalle gesetzt werden. „Wir müssten Betonpfeiler rammen, weil das Gebäude dieses Gewicht nicht tragen kann“, erklärt er. Das gefüllte Becken würde etwa 35 Tonnen wiegen. „Das wird nicht ganz billig“, räumt Mißfeldt ein. Trotzdem hält er eine entsprechende Investition für sehr sinnvoll, um Laboe als Kur- und Gesundheitsbad zu profilieren: „Die Voraussetzungen dafür sind da.“ Mit einem Wärmebecken könnten viel mehr Kurse angeboten werden, meint Mißfeldt: „Bisher war dafür das Wasser zu kalt.“ Ein großer Teil der Bürger in Laboe ist 60 Jahre oder älter, betont Meggle: „Das ist ein immenses Potenzial für Gesundheitsangebote. Die Meerwasserschwimmhalle wäre dafür gut nutzbar.“ Schon jetzt verfüge die Halle mit der Sauna, dem Fahrstuhl zum Umkleide-und Wasserbereich sowie einem Lifter zum schonenden Absenken ins Schwimmbecken über wichtige Voraussetzungen für ein Gesundheitsbad. Die bisherigen Angebote für Wassergymnastik, heiltherapeutisches Schwimmen und Aqua-Fitness seien sehr gut ausgelastet. Was aber noch fehle, seien Angebote für Menschen, die nach einer Krankheit einen schonenden Weg hin zu mehr Beweglichkeit suchen. Für den Ausbau der Laboer Halle zum Therapiebad wären nach Ansicht Meggles auch Mittel aus dem Förderprogramm des Landes für Sportstätten möglich. Der Förderverein schlägt vor, mit Krankenkassen, Ärzten und Therapeuten Kontakt aufzunehmen, um die genauen Erfordernisse zu klären. Nach Überzeugung des Fördervereins könnte mit einem Therapiebecken etwas Einmaliges in Laboe geschaffen werden, das es in dieser Form in anderen Bädern bislang nicht gibt. Von Thomas Christiansen 

Aktivregion hat Geld für ein Konzept bewilligt 

Ein Bürgerentscheid bewahrte am 21. September 2014 die Meerwasserschwimmhalle Laboe vor der von der Mehrheit der Gemeindevertretung angestrebten Schließung. Für den Erhalt der Halle stimmten 60,2 Prozent der Bürger bei einer Wahlbeteiligung von 57,7 Prozent. Daran gebunden ist die Gemeinde zwar nur für zwei Jahre, aber für die Erarbeitung einer „Konzeption einer Schwimmhallenversorgung für die Gemeinden der Ämter Probstei und Schrevenborn“, deren Förderung die Aktivregion Ostseeküste bewilligt hatte, ist noch nicht einmal ein Auftrag erteilt worden. Parallel zu diesem Antrag an die Aktivregion hatte die Gemeindevertretung beschlossen, Verhandlungen mit dem Förderverein Hallenbad zu führen. chr 

 

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