Dem Seeadler ein Stück weit näher

Vor der direkten Beobachtung erzählt Günter Kalin den Schülern und Lehrerin Cornelia Brühn etwas über Seeadler Bild Thomas Christiansen

 

 

BARSBEK. Schon der ausgestopfte Seeadler begeistert die Schüler, umso größer ist die Begeisterung, als sie später durch die Spektive ein lebendes Exemplar sehen. Günter Kalin und Holger Weidmann erzählen den Viertklässlern aus Laboe, dass in dem Barsbeker Horst auch bereits Nachwuchs geschlüpft ist. Hauke Ketelsen und Cornelia Brühn haben mit den Schülern eine Radtour von Laboe nach Barsbek zur Beobachtungstation gemacht. „Der Adler ist riesig“, staunt Bruno (10) über das Präparat, das die beiden Betreuer vor ihrem Zelt aufgestellt haben. Während Kalin einem Teil der Schüler hier etwas über die großen Vögel erzählt, geht Weidmann mit den anderen zu den Spektiven. „Ja, man sieht einen Kopf“, freut sich Marcel (10). Auch Henri (9) entdeckt den Adler: „Er hebt den Schnabel hoch.“ Wer nicht an einem der Spektive an der Reihe ist, nimmt sein Fernglas, um die Tiere beobachten zu können. Seit Ende Februar ist die Station in Barsbek wieder durchgehend besetzt. „Das ist ein sehr interessantes Revier“, meint Kalin. Erstmals tauchte hier 1999 ein Seeadler auf, im folgenden Jahr wurde der erste Horst gebaut, zur ersten Brut kam es aber erst im Jahr 2001. Die Adler brüten hier in einer Pappel – „nicht gerade der Standardbaum für Adler, das ist eher die Buche“, sagt Kalin. In Barsbek ist wie in Rathjensdorf eine Beobachtungsstation der Projektgruppe Seeadlerschutz, an der Besucher willkommen sind. Nach Barsbek strömen jedes Jahr rund 1000 Besucher, im vergangenen Jahr waren es sogar 1200. „Manchmal haben wir mehr als 100 pro Tag“, sagt Weidmann. Viele Barsbeker schauen regelmäßig nach „ihren“ Adlern. Normalerweise haben Seeadler eine Fluchtdistanz von 250 bis 300 Metern, erklärt Kalin: „Hier ist das anders. Die Adler kennen die Bewegungen hier und wissen, dass sie keine Gefahr bedeuten.“ Ein Problem sei aber das Betreten der Wiese von der Kreisstraße 33 (Krokau-Heidkate) aus. Auch aufdringliche Fotografen würden oft Störungen verursachen. Günter Kalin (67) aus Postfeld ist seit 40 Jahren, Holger Weidmann (72) aus Kiel seit 25 Jahren im Seeadlerschutz aktiv. „Früher stand die Bewachung im Vordergrund, die Standorte wurden geheimgehalten. Jetzt machen wir alles publik“, erklärt Weidmann. Zur Grundschule Laboe besteht schon länger enger Kontakt, der durch die frühere Lehrerin Gudrun Blödorn entstanden ist. „Das Interesse an der Schule ist da. Das finden wir sehr positiv“, sagt Kalin. „Wir brauchen schließlich auch Nachwuchs“, betont Weidmann. Nachwuchs haben bereits die Barsbeker Seeadler. Als die Laboer Schüler zu Besuch waren, gingen Kalin und Weidmann noch davon aus, dass am 19. April wohl nur ein Jungtier geschlüpft ist. Kurz danach konnten sie auch ein zweites beobachten. Von Thomas Christiansen 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

 

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