Abenteuerliche Klassenfahrt unter Segeln

Sicherheitshalber haben Ana-Liel Wieding (v.l.), Lahja Maerker und Emely Staack ihre Ausweise im Gepäck, falls sie mit dem Plattbodenschiff "de Albertha" in dänische Gewässer kommen. Fotos: Astrid Schmidt

13 Mädchen und Jungen der vierten Klasse der Laboer Grundschule haben ihn hinter sich, die zweite Truppe startet am Mittwoch zu ihrem dreitägigen Segeltörn auf dem holländischen Plattbodenschiff „de Albertha“. Zum 16. Mal stellt der Laboer Segelverein Ole Shippn Laboe (OSL) diese Jugendsegelfahrt auf die Beine – zum zweiten Mal ohne Landeszuschüsse.  Die Sonne strahlt, der Himmel lacht, der Wind hält sich im Zaum. Trotz der drei Grad Außentemperatur bestes Wetter für den Segeltörn, der dank vieler ehrenamtlicher Helfer des Vereins Ole Schippn Laboe seit 16 Jahren ein Höhepunkt für Laboer Schüler ist. Rune Schmeling, Luca Rilke, Marcel Kralitsch und die anderen Schüler schleppen Taschen, Rucksäcke und Koffer auf das holländische Plattbodenschiff „de Albertha“. Doch dort ist der Platz begrenzt. „Wie lange willst du bleiben“, fragt Betreuerin Silke Dziallas scherzhaft, als Marcel seine Tasche durch die Luke zwängt. Denn die Schüler, zum größten Teil Nichtsegler, sind gut ausgerüstet: Fließjacken, Mütze, Handschuhe, Regensachen, Skiunterwäsche, das eine oder andere Kuscheltier, reichlich Süßigkeiten und jede Menge Chips. „Wir hoffen, dass wir auf eine Kabine kommen“, nennt Luca den größten Wunsch der drei. Der geht auch tatsächlich in Erfüllung. Ihre Namen stehen alle drei an derselben Kajütentür. Als die sich öffnet, sind die zwei dahinter liegenden Kojen komplett verdeckt. Geradeaus sind zwei weitere Kojen zu erspähen und ein Miniwaschbecken – eng wird’s also. Doch das macht ihnen nichts. Schnell ist klar: Luca geht nach unten, Rune nach oben, alles andere findet sich ebenso rasch. Keiner der drei hat bisher Bekanntschaft mit dem Segeln gemacht. Abenteuer pur.  Eine, die Segelerfahrungen mitbringt, ist Emely Staack. Ihre Eltern haben selbst ein Boot, und so weiß sie genau, was auf sie zukommt. Damit nicht genug: Sie hat auch einen Wunschkurs. „Es wäre schön, wenn wir nach Maasholm segeln würden, vielleicht schaffen wir es ja auch bis Marstal“, sagt sie. In ihrem Gepäck findet sich eine Kuscheldecke und neben den warmen Sachen auch ihr kleiner Delfin. „Eigentlich habe ich eine Katze, aber für hier an Bord ist der Delfin passender“, meint das Mädchen. Mijinta Chomuton, Lahja Maerker und Ana-Liel Wieding kennen sich mit dem Segeln nicht aus. Aber eines wissen sie genau: „Wir werden bestimmt viel Spaß haben.“ Ihre größte Sorge gilt allerdings den Jungs und ihren Streichen. Für gute Stimmung sorgen zehn OSL-Betreuer wie Jens Dziallas, Uwe Hundertmark, Thorsten Vergin und Rolf Rathje, die seit vielen Jahren die Schülertouren begleiten. Mit Gitarre, Spiel und Spaß, aber auch mit Disziplin, Aufgaben für jeden und klaren Regeln werden die drei Tage für alle zum bleibenden Erlebnis. „Wer hat das schon“, lobt Vater Michael Schmeling die Klassenfahrt. „Toll, dass dieses Angebot auch in diesem Jahr wieder zustande gekommen ist“, freut sich auch Mutter Britta Rilke. Dabei stand es aufgrund der finanziellen Situation schon auf der Kippe, denn in diesem Jahr musste der Verein bereits zum zweiten Mal auf die Fördermittel des Landes für das Jugendprojekt verzichten. „Wir haben es nur durch die Spenden vieler Geschäftsleute, der Förde Sparkasse, des HGV und auch privater Bürger aus Laboe geschafft, das Projekt zu sichern“, erklärte der Vereinsvorsitzende Jens Zywitza. Er hofft, dass für das nächste Jahr die Mittel wieder fließen werden.  

 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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