Hier entsteht die neue „Berlin“

Auf der Fassmer Werft an der Unterweser entsteht die neue „Berlin“ – ihre Vorgängerin ist seit inzwischen 31 Jahren im Dienst. Die neue wird schneller sein

 

Laboe/Berne. Der Bau des neuen Rettungskreuzers für Laboe geht in die nächste Phase. Auf der Fassmer Werft in Berne an der Unterweser wurde jetzt der Rumpf des Neubaus zusammengesetzt und erstmals zu Wasser gelassen. Dabei wurde der noch unlackierte Neubau über die Weser zur Stammwerft geschleppt. In der Schiffbauhalle von Fassmer soll die „Berlin“ jetzt die Endausrüstung bekommen, bevor im Spätsommer die Erprobung beginnt.
Die „Berlin“ ist der zweite der neuen 28-Meter-Kreuzer. Diese Neubauten sollen in den kommenden Jahren die sechs Einheiten der 27,5-Meter-Klasse ersetzen. 1985 war die alte „Berlin“ als Typschiff dieser Klasse in Laboe stationiert worden. Mit 31 Dienstjahren nähert sich der Kreuzer jetzt seinem Dienstzeitende. Die Nachfolgerin war im Oktober an der Weser auf Kiel gelegt worden. Der Bau des Aluminium-Rumpfes erfolgte zunächst in einer Fertigungshalle unweit des Stammsitzes der Fassmer Werft an der Weser. Am 11. März wurde der fertig verschweißte Rumpf dort gedreht, mit dem Aufbau und der Kommandobrücke verschweißt und zu Wasser gelassen. Kurz vor Ostern zog ein Schlepper den Neubau dann zum Stammsitz der Fassmer Werft. Im Sommer soll der Kreuzer wieder zu Wasser kommen und mit der Erprobung beginnen. Die neue „Berlin“ ist nicht nur einen halben Meter länger als ihre Vorgängerin, sie ist auch leistungsfähiger. Im Maschinenraum stehen zwei 16-Zylinder-V-Motoren von MTU mit zusammen 3912 PS (2880 Kilowatt). Damit ist der Neubau fast 2000 PS stärker als die Vorgängerin, die von zwei MTU-Motoren mit je acht Zylindern angetrieben wird. Für Vormann Michael Müller und die Besatzung gibt es einige Veränderungen. So fährt Müller die neue „Berlin“ zukünftig aus einer geschlossenen Kommandobrücke heraus, die auch noch besser für die Koordination von Such- und Rettungseinsätzen ausgelegt ist. Durch die größeren Motoren soll die „Berlin“ zudem eine deutlich höhere Geschwindigkeit erreichen können. Geplant sind laut Entwurf 24 Knoten, vier Knoten mehr als die Vorgängerin. Für das Manövrieren im engen Hafen von Laboe bekommt die Besatzung ein Bugstrahlruder mit 102 PS (75 Kilowatt). Bei der Ausrüstung wird der Neubau noch stärker auf die Rettung und Versorgung von Menschen ausgelegt. So wurden die Brennstofftanks deutlich vergrößert, was die Reichweite auf bis zu 800 Seemeilen steigert. Das entspricht umgerechnet rund 1400 Kilometern, der Entfernung von Kiel bis St. Petersburg. Abstriche muss die Crew der neuen „Berlin“ nur an der Feuerlöschausrüstung machen. Der alte Kreuzer verfügte über eine Pumpe mit einer Leistung von 380 Kubikmetern pro Stunde und zwei per Fernsteuerung zu lenkende Monitore mit einer Wurfweite von über 90 Meter. Die neue „Berlin“ hat nur noch einen Feuerlöschmonitor mit einer Wurfweite von 80 Metern und eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 220 Kubikmetern pro Stunde. Der neue Monitor steht dafür auf der Kommandobrücke und kann auch in Fahrtrichtung eingesetzt werden. Wie die „Berlin“ entsteht, können Sie im Werfttagebuch mitverfolgen: http://www.seenotretter.de/aktuelles/werft-tagebuch/wtb-sk36/
Quelle: Kieler Nachrichten

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