Laboer Bankräuber ist in Haft

Kunden stehen vor der verschlossenen Sparkassenfilliale in der Laboer Reventloustraße

Laboe. Nach dem bewaffneten Raubüberfall vom Montagabend in Laboe blieb am Dienstag die Filiale der Förde Sparkasse in der Reventloustraße geschlossen. Kunden wurden mit einem Hinweis auf den Überfall um Verständnis gebeten. Inzwischen bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass es sich bei der Pistole um eine Schreckschusswaffe gehandelt habe.
„Der Unterschied ist für viele nicht gleich erkennbar“, erklärte Axel Bieler von der Staatsanwaltschaft. Bestätigen konnte er, dass der 23-jährige Täter in Haft ist. Dieser hatte zur Öffnungszeit die Bank betreten und zwei Mitarbeiterinnen mit vorgehaltener Waffe aufgefordert, den Haupttresor zu öffnen. Als dies nicht möglich war, zwang er eine Mitarbeiterin, den Tagestresor zu öffnen und schlug sie nieder. Die Angestellte werde wegen ihrer Verletzung im Krankenhaus stationär behandelt. „Der Täter konnte mit 2800 Euro zunächst fliehen, wurde von Passanten verfolgt und konnte gestellt sowie festgenommen werden, so Bieler weiter. „Zum Zeitpunkt des Überfalls waren vier Angestellte in der Bank. Die Mitarbeiter werden derzeit psychologisch betreut“, sagte André Santen, Leiter der Unternehmenskommunikation. „Überfälle auf Sparkassen lohnen sich nicht“, betonte Santen angesichts der Höhe der Beute. Die Förde Sparkasse schule ihre Mitarbeiter vierteljährlich speziell zu Sicherheitsfragen. „Das Verhalten bei Überfällen wird halbjährlich trainiert, um den Überraschungsmoment zu verringern. Aber die Theorie ist dann doch etwas anderes als die Praxis“, so Santen weiter. Am heutigen Mittwoch soll die Filiale wieder ihren normalen Betrieb aufnehmen. Doch bis das auch für die Angestellten „normal“ ist, wird es wohl noch eine Weile dauern. Die Sparkasse stelle nach Bedarf auch die psychologische Nachbetreuung sicher, sagte Santen. Die benachbarten Geschäftsleute in der Reventloustraße haben teilweise „gar nichts mitbekommen“, wie Petra König vom Blumengeschäft Muschelblume sagte. Es sei alles so schnell gegangen, und sie habe nur eine Traube von Menschen auf der Straße gesehen, berichtete sie. Einer, der allerdings hautnah dabei war, ist der Ehemann einer Geschäftsfrau, der seinen Namen nicht nennen möchte. Als er am frühen Abend in den Laden kam, hatte eine Kundin seine Frau gerade auf den Überfall aufmerksam gemacht, als der Täter auch schon „mit gezogener Waffe“ am Geschäft vorbeilief.  Kurzerhand machte der Mann kehrt, setzte sich ins Auto und nahm gemeinsam mit einem weiteren Mann die Verfolgung auf. „Wir haben ihn in Schach gehalten und hatten ständig Kontakt mit der Leitstelle, bis ihn die Polizei auf dem Hofgelände an der Seemeile gestellt hat“, erzählte er. „Die beiden ortsansässigen Polizisten haben sehr professionell und bedacht agiert“, sagte der Helfer. Seine Frau hatte unterdessen vorsorglich die Ladentür abgeschlossen. „Es war schon beängstigend, wie der mit der gezogenen Pistole durch die Straße lief“, beschreibt sie ihr Gefühl vom Vorabend.  „Völlig unreal“ kam diese Szenerie der Urlauberin Waltraut Schulz vor. Sie beobachtete vom Hotel Panorama aus die Flucht des Täters. „Ich dachte erst, das ist versteckte Kamera oder der Borowski-Tatort, aber dann wurde mir klar, dass das ernst war und so etwas auch in dem idyllischen kleinen Örtchen Laboe passiert“, erzählte Schulz. 
Quelle: Kieler Nachrichten

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