Mit mehr Kraft gegen die Wassermassen

Probleme mit der Entwässerung im Laboer Unterdorf gibt es seit vielen Jahren. Immer wieder steht im Wiesenweg das Wasser. Jetzt soll die Pumpstation am Kurpark saniert werden. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE/STEIN. Die Regenwasserbeseitigung in den Gemeinden Laboe und Stein war erneut Thema im Abwasserzweckverband Kiel/Ostufer (AZV). Der Vorstand bewilligte einen Zuschuss an die Gemeinde Stein für die Optimierung der Leitung am Dorfring. Die Pumpstation am Kurpark in Laboe soll optimiert werden. Seit mehr als zehn Jahren beraten die Laboer Ortspolitiker über die Regenwasserproblematik im Unterdorf. Mehrfach hatten die Vertreter des AZV bereits Lösungsvarianten vorgestellt. Nun soll im ersten Schritt das Pumpwerk im Kurpark saniert werden. Durch eine Umrüstung entstehe allerdings eine Förderleistung und -geschwindigkeit, die im oberen Bereich der zulässigen Rohrgeschwindigkeiten liege, so Walter. Auf Vorschlag des Lutterbeker Bürgermeisters Wolf Mönkemeier wird deshalb auch geprüft, inwieweit eine entlastende Bypass-Lösung in Form einer Abzweigung nach Lutterbek/Brodersdorf wirtschaftlich sinnvoll wäre. Die Pumpstation im Kurpark ist die einzige im Verbandsgebiet, die bisher nicht saniert wurde. Aufgrund der baulichen Mängel sei keine digitale Erfassung der Förderdaten möglich, erläuterte Stefan Walter vom Ingenieurbüro Merkel. Basis für die weitere Planung sind Durchschnittswerte, die vom Pumpwerk Möltenboe übertragbar seien, so der Fachmann. Walter ging in seiner Berechnung von einem Einwohnerzuwachs von rund 20 Prozent bis 2038 aus, ebenso von einer touristischen Steigerungsrate von 25 Prozent. „Diese Zahlen erscheinen mir doch zu optimistisch“, monierte Vorsitzender Alexander Orth. Die Frage, ob denn nicht eine zweite Leitung sinnvoll wäre, um die jetzt bestehende 300er-PVCLeitung zu entlasten, verneinte Walter. Der jetzt vorhandene Kanal sei in einem guten Zustand, die Nutzungsdauer ende erst 2038. Aus der Versammlung kam auch der Hinweis, dass ein vorzeitiger Neubau der Leitung dem Gebührenzahler nicht zumutbar sei. Nach Walters Vorschlag soll die Pumpstation am Kurpark im Tiefbaubereich saniert, der Hochbau aber soll aufgrund seines maroden Zustandes komplett erneuert werden. Das Fachbüro empfiehlt eine maximale Fördermenge von 400 Kubikmetern Schmutzwasser in der Stunde. Die Leitung am Dorfring in Stein lässt sich nicht noch einmal erweitern. Trotz des 600er- Querschnitts könne sie das Wasser in Spitzen nicht ableiten, erläuterte Bürgermeister Peter Diederich. Für eine „Umleitung“ soll die Gemeinde nun 50 Prozent der Gesamtkosten von rund 200 000 Euro erhalten. Noch in diesem Jahr soll die Maßnahme umgesetzt werden. Vonseiten der Verbandsverwaltung gab es haushaltstechnisch grünes Licht.  Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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