Vorkämpfer springen genervt ab

Sehen die Neutralität eines Seniorenbeirats in Gefahr: Klaus Röttgering (links) und Hans-Joachim Scheffler hatten die Bildung dieses Gremiums in Laboe angestoßen. Jetzt geben sie auf- und mit Ihnen alle Mitglieder ihrer Arbeitsgruppe. Foto Schmidt

Laboe. Seit gut einem Jahr arbeiten mehr als ein Dutzend Laboer daran, für ihre Gemeinde einen Seniorenbeirat einzurichten. Ende Oktober wurde die Satzung durch die Gemeindevertretung beschlossen. Zwar können Laboer bis zum 14. Januar ihr Interesse für eine Kandidatur bekunden, doch die 14 Mitglieder der Interessengemeinschaft Seniorenbeirat Laboe, die mit ihrer Initiative erst dafür gesorgt haben, ziehen ihre Bereitschaft zur Mitarbeit komplett zurück. Gleichwohl will die Gemeinde an ihrem Beschluss festhalten.

Von Astrid Schmidt

„Wir schmeißen nicht hin, aber mit dieser Satzung wird uns der Nährboden für eine neutrale und effektive Seniorenarbeit entzogen“, so Hans-Joachim Scheffler. Zwei Punkte gaben den Ausschlag: Nach der Satzung sind alle Laboer wählbar, auch Vorstandsmitglieder von Parteien und Vereinen sowie Gemeindevertreter und -mitarbeiter. Das müsse aber ausgeschlossen sein, wenn der Beirat, wie gefordert, neutral und unabhängig arbeiten soll, meinte Scheffler. Auch die Reduzierung der Mitgliederzahl von sieben auf fünf und die Streichung eines festen Etats seien nicht akzeptabel. Scheffler hatte, wie berichtet, gemeinsam mit Klaus Röttgering vor gut zwölf Monaten die Einrichtung eines Seniorenbeirats vorbereitet: Beide hatten sich informiert, hospitiert bei erfahrenen Beiräten, sich beraten lassen von Kreis- und Landeseinrichtungen. Im Mai fiel dann der Grundsatzbeschluss, einen Seniorenbeirat für die Gemeinde einzurichten. Inzwischen war die Arbeitsgruppe auf 14 Mitglieder angewachsen. Der von ihnen vorgelegte Satzungsentwurf war aber von den Ortspolitikern kräftig verändert worden – sehr zur Enttäuschung der Akteure. Die baten die Fraktionen erneut, zumindest den Passus der Nichtwählbarkeit aufzunehmen, scheiterten aber. „Unter diesen Voraussetzungen stehen wir nicht für eine Kandidatur zum Seniorenbeirat zur Verfügung“, bekräftigte Scheffler die Haltung der Initiatoren. Leider habe man nun das eigentliche Ziel, für die älteren Menschen im Dorf etwas zu tun, nicht erreicht. „Wir wollen uns aber auch nicht verbiegen“, so Scheffler. Diesen Rückzug kann Bürgermeister Walter Riecken nur schwer nachvollziehen. Sie spreche nicht für Demokratieverständnis und den Einsatz, den die Initiatoren eigentlich für die Senioren im Ort leisten wollten. „Ich kann nur appellieren, dass sich der eine oder andere noch darauf besinnt“, sagte Riecken auf Nachfrage. Die Gemeinde bleibe außerdem bei ihrem Beschluss, jetzt einen Seniorenbeirat einzurichten. Die konstituierende Sitzung ist für den 2. Februar geplant.

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