Für Karl-Christian Fleischfresser naht der Schlusspfiff

Karl-Christian Fleischfresser verabschiedet sich nach 27 Jahren Vorstandsarbeit aus der ersten Reihe des Turnvereins Laboe. Der Bau des Gymnastikraums und des Vereinsheims unter seiner Leitung waren Höhepunkte seines Wirkens. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Beim Turnverein Laboe (TVL) geht eine Ära zu Ende: Karl-Christian Fleischfresser verlässt nach 27 Jahren den Vorstand und gibt in der Jahreshauptversammlung am Freitag, 26. Februar, 19 Uhr, die Führung des größten Laboer Vereins in neue Hände. Es ist Zeit, meint der Ehrenamtler und Bürgerpreisträger 2015. „17 Jahre sind genug“, meint Karl-Christian Fleischfresser. Solange hatte er den Vorsitz des TVL inne. Zuvor war er zweiter Vorsitzender gewesen. Doch ein bisschen stolz ist er auch, denn nach über 100 Jahren Vereinsgeschichte ist er derjenige, der am längsten in dieser Funktion geblieben war. Seit Kindesbeinen war er mit dem Verein verbunden, hatte sich als Turner und später als Übungsleiter engagiert. Als er dann gefragt wurde, ob er bereit sei, als zweiter Vorsitzender zu kandidieren, musste er nicht lange überlegen. Er gab seine kommunalpolitische Arbeit in der Gemeindevertretung auf und widmete sich dem Turnverein. „Der machte gerade Mitte der 1980er-Jahre einen Sprung in den Mitgliederzahlen“, erinnert sich Fleischfresser. Denn 1985 wurde die Sporthalle neu gebaut – eine enorme Verbesserung für die Laboer Turner, die zuvor oft nach Heikendorf ausweichen mussten. „1990 haben wir das 1000. Mitglied gefeiert und sind mit ihm im Bollerwagen durchs Dorf gezogen“, erzählt der Vorsitzende. Doch Probleme mit den Hallenzeiten weiteten sich aus, nur an zwei Tagen konnte der TVL die Halle nutzen, denn Laboe hat noch zwei andere aktive Vereine. „Es war ein echter Kampf in den 1990er- Jahren. Die Trainer wollten etwas anbieten, aber wir hatten keine Halle“, erklärt Fleischfresser einen lange währenden Disput. Seine aktive Zeit als Ortspolitiker sei ihm bei vielen Verhandlungen mit der Gemeinde sehr nützlich gewesen. „Wir haben auch Druck gemacht, dass eine zweite Sporthalle gebaut werden muss. Ich wusste, wie man Anträge schreibt und kannte die Abläufe“, so der Laboer. Dann Licht am Ende des Tunnels: der Neubau der Schule 2003. Damit eröffneten sich im alten Schulgebäude (Varielbau) neue Chancen. „Wir bauten den Gymnastikraum und unser Vereinsheim“, nennt Fleischfresser die Höhepunkte seines Wirkens. Eigenleistung und Ehrenamt waren die wohl meist genannten Begriffe in dieser Zeit. Alle packten mit an, jeder war hoch motiviert. „Ich konnte einen Vertrag über 25 Jahre mit der Gemeinde aushandeln“, berichtet der Vorsitzende. Das „schlimmste Erlebnis“ folgte aber auf dem Fuße: Ein Wasserschaden machte einen Großteil der Arbeit zunichte. Doch alle blieben bei der Stange, des Malheur wurde behoben. Die neuen Möglichkeiten mit Trend-Kursen wie Zumba oder Bokwa ließen die Mitgliederzahl noch einmal kräftig ansteigen. 1529 Sportler zählt der TVL, der damit entgegen dem allgemeinen Trend in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist. Ein Grund dafür könnte auch die „faire“ Beitragspolitik des Vereins sein, mutmaßt Fleischfresser. Denn im TVL zahlen die Mitglieder 6,50 Euro im Monat, in den Sparten, die Geld kosten (Schwimmen, Ballett) allerdings wird ein Aufschlag für die jeweiligen Nutzer erhoben. asc 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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