Bischof dankt Seenotrettern

Auf dem Seenotrettungskreuzer „Berlin“ trafen sich (von links): 3. Maschinist Henry Hildebrandt, 3. Vormann Gerhard Fries, 2. Maschinist Peter Klink, Bischof Gothart Magaard, 3. Vormann Karl-Heinz Bittner, Propst Erich Faehling und Frank Conrads.

Laboe. Bei einem Besuch an Bord des Seenotrettungskreuzers „Berlin“ dankte Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein, der diensthabenden Besatzung stellvertretend für alle Seenotrettungskräfte für ihren Einsatz rund um die Uhr und für ihre Bereitschaft, bei Wind und Wetter und selbst im stärksten Sturm hinauszufahren, um nach Vermissten zu suchen und Menschenleben zu retten. Magaard wurde bei seinem traditionellen vorweihnachtlichen Besuch bei Menschen, die Heiligabend und Silvester im Einsatz sind, von Propst Erich Faehling sowie Pastor Frank Conrads, dem landeskirchlichen Beauftragten für die Notfall- und Feuerwehrseelsorge in Schleswig-Holstein, begleitet. „Wenn wir nichts zu tun haben, geht es den Leuten auf dem Wasser gut“, sagte Gerhard Fries, zweiter Vormann auf der „Berlin“, im Gespräch mit Bischof Gothart Magaard. Auch wenn viele Jachten jetzt im Winterlager seien, könne es trotzdem Einsätze an den Weihnachtstagen und zum Jahreswechsel geben: „Die Berufsschifffahrt führt ja hier unmittelbar vorbei. Es kommt schon vor, dass wir von einem Frachter oder einer Fähre einen verletzten Matrosen oder einen erkrankten Passagier holen müssen.“ In diesem Jahr wurde die „Berlin“ bislang zu rund 150 Einsätzen gerufen. Die Besatzungsmitglieder bedauerten, dass kein Helikopter mehr vor Ort stationiert sei. Die Rettungsflieger hätten das Auffinden von Personen im Wasser erheblich erleichtert. „Abgesehen davon appellieren wir insbesondere an Surfer, helle Kleidung zu tragen“, so Gerhard Fries. „Schwarze Neoprenanzüge sind im Wasser oft nur schwer zu erkennen – ein paar Reflektorstreifen sind für die eigene Sicherheit wirklich wichtig.“ Der Bischof und seine Begleiter besichtigten Deck und Maschinenraum des Seenotrettungskreuzers und zeigten sich von den technischen Details beeindruckt. Der in Laboe stationierte, inzwischen 30 Jahre alte Seenotrettungskreuzer „Berlin“ soll, wie berichtet, im kommenden Jahr gegen ein moderneres Schiff ausgetauscht werden. Die Besatzungen – jeweils vier Personen – haben im Wechsel zwei Wochen Dienst und zwei Wochen frei. Zum Stammpersonal gehören auch Seeleute, die ihren Wohnsitz im Süden Deutschlands haben. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die ausschließlich aus Spenden finanziert wird, betreibt an Nord- und Ostsee insgesamt 54 Stationen. Dort sind 180 festangestellte und rund 800 ehrenamtliche Rettungskräfte tätig. chr

 

Quelle: Kieler Nachrichten

Zurück