Strukturierte Diskussionen mit einigen Abschweifungen

So soll der Edeka-Markt mal aussehen an der Bullbrücke in Laboe: Ein moderner, vergrößerter Eingangsbereich lässt Edeka deutlich verjüngt aussehen. Im Inneren müssen sich die Kunden aber nicht umgewöhnen – sie finden die gewohnte Vielfalt

Laboe – Es ist ja nicht so, dass im Ostseebad alle Projekte ein wenig verschleppt werden. Im vergangenen Bauausschuss wurden zwar einzelne Tagesordnungspunkte wieder diskutiert – es zeigte sich aber, dass in punkto Edeka-Erweiterung oder Regenwasserbeseitigung schon bald Nägel mit Köpfen gemacht werden. Die Einwohner regten in der Fragestunde an, ihre Anregungen und Bedenken nicht immer in Frageform vorbringen zu müssen. Und auch die Frage, ob es Sinn macht, einen bestimmten Teil des Laboer Gewerbegebietes in ein Mischgebiet umzuwidmen, wurde rege diskutiert. Aldi und Edeka wollen mit der Zeit gehen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird der Aldi- Markt abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Edeka setzt auf eine Vergrößerung mit deutlich verändertem und modernisiertem Eingangsbereich. Der wird nach vorne hin vergrößert. Es entsteht ein separates Cafe mit Verkauf von Backwaren als ein Backshop mit Sitzbereichen. Das Satteldach wird begrünt, eine Fotovoltaik- Anlage wird allerdings nicht entstehen. Die bis zu 140 Parkplätze, so verständigten sich Aldi und Edeka, werden von Kunden beider Unternehmen sozusagen „in einem Pott“ genutzt. Schallschutzmaßnahmen werden auch nach Neuund Umbau nicht erforderlich sein, weil weder nach 22 Uhr geöffnet sein wird, noch nächtliche Lieferungen geplant sind. Im kommenden Frühjahr ist der Baubeginn geplant, weil möglichst alles in einem Rutsch erledigt werden soll, sollen die Baumaßnahmen möglichst zeitgleich an beiden Objekten beginnen. Bevor es aber um die anderen Projekte ging, teilte Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst mit, dass Laboes Feuerwehr- Drehleiter defekt ist und repariert werden muss. Als Ersatz wurde Laboes Wehr ein Drehleiterfahrzeug aus Kopenhagen zur Verfügung gestellt. Dass auch mal grammatikalische Sachverhalte in einer Sitzung eine Rolle spielen können, zeigte die Einwohnerfragestunde. An genau der Formulierung stieß sich eben ein Laboer und schlug vor, die Einwohnerfragestunde in Einwohnerfragestunde, Fragen, Anregungen und Bedenken umzuwidmen. Denn, und mit diesem Problem steht er bestimmt nicht alleine da, es fällt vielen Einwohnern in der in Frage gestellten „Stunde“ nicht immer leicht, ihre Bedenken oder Anregungen ständig immer nur als Fragen zu formulieren. Carsten Leonhardt hatte auch gleich den entsprechenden Paragraphen bereit, der besagt, dass die Einwohnerfragestunde durchaus auch für die Äußerung von Anregungen oder Bedenken vorgesehen ist und keine Fragezeichen- Pflicht beim Vortragen des Anliegens besteht. Aber hier war noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ob nun Fragen gestellt werden müssen oder durchaus auch einfach Sätze ohne Fragezeichen vorgetragen werden können, wird sich nach einer intensiveren Recherche entscheiden. Als neues Mitglied im Ausschuss wurde übrigens Joachim Scheffler begrüßt. Zusammen mit anderen Mitstreitern versuchte sich Scheffler einst, als Mitglied des „Seniorenbeirats“ politisches Gehör zu verschaffen. Allerdings scheiterte die Gründung aus diversen Gründen. Jetzt darf er, ungeachtet des Alters, als Mitglied des Ausschusses das Wort ergreifen. Wieder einmal mussten die Teichstraßen- und Ostlandstraßenbewohner so klug wie zuvor den Heimweg antreten. Denn das Gerücht, der „Investor habe das Projekt abgesagt“, konnte nicht bestätigt werden. Vielmehr, so Ulrike Mordhorst, sei man immer noch auf dem Stand vorhergegangener Erkenntnisse. Bevor man irgendetwas in die Wege leiten könne, müsse man zuerst einen unterschriebenen Vertrag vom Investor vorweisen können, in dem er die Kostenübernahme weiterer Maßnahmen garantiert. Und hier tut sich der Investor wohl etwas schwer. Denn auch nach diversen Anfragen weiß man in Laboe nicht, ob er oder ob er nicht in einigen Wochen oder vielleicht auch Monaten reagiert. „Hat der Ausschuss inzwischen mit den Kurparkbetreibern über einen möglichen naturnahen Spielplatz gesprochen?“, wollte ein weiterer Laboer wissen. Volkmar Heller sagte, dass man Kontakt aufgenommen habe, aber Gespräche voraussichtlich erst Mitte Januar des kommenden Jahres stattfinden könnten. Laboes Kommunalpolitiker sind auch nur Menschen Warum setzt man das Thema „weitere Parkmöglichkeiten in Laboe“ auf eine Tagesordnung, wenn der Arbeitskreis erst am Tag nach der Sitzung tagt? Nun, dazu sei gesagt, dass Kommunalpolitiker – und das kann ihnen der schärfste Kritiker nicht absprechen – auch nur Menschen sind. Kein Thema ist so ausdiskutiert, als dass man es nicht noch weiter diskutieren könnte. Die Regenwasserbeseitigung im Unterdorf ist seit schlappen 13 Jahren Thema in unterschiedlichen Gremien und endlich gibt es einen deutlichen Silberstreif am Horizont. Viele Entwässerungsmöglichkeiten wurden bereits diskutiert, darunter waren Becken auf Parkplätzen oder im Kurpark. Arnd Hinz stellte jetzt die konkreten Pläne für einen Entlastungskanal vor, der im Oberdorf beginnt und über Steiner Weg und Prof. Munzer Ring führt. Die Planungen berücksichtigen auch mögliche Erweiterungen bei neuer Bebauung. Sinn ist es, zu verhindern, dass sich das Regenwasser aus dem Oberdorf im Unterdorf ansammelt. Horst Etmanski wollte allerdings wissen, ob es nicht noch eine günstigere Methode zur Regenwasserentfernung gäbe, weil auch Straßen aufgerissen werden müssten. Inken Kuhn war sichtlich erstaunt, dass Etmanski in dieser Phase wieder „eine Rolle rückwärts“ schlagen wolle. Aber der Abwasserzweckverband benötigt jetzt unbedingt grünes Licht der Gemeinde für die Kostenübernahme. Der positive Beschluss wurde deshalb mit dem Zusatz versehen, dass mehrere Varianten vorgestellt werden sollten. Das Thema „Controlling“ sorgte auch für Aufregung Um der „Zweigstelle“ der DRK-Kita eine Chance zu geben, vielleicht auch dauerhaft im Gewerbegebiet zu bleiben, hatte man in einer vorherigen Sitzung beantragt zu prüfen, ob man einen bestimmten Teil des Gewerbegebietes nicht in ein „Mischgebiet“ umwidmen könne. Hierzu sah der eingeladene Fachmann aber keinen Anlass. Er schlug vor, entsprechende Flächen als „Gemeinbedarfsflächen“ auszuweisen, da das „Mischgebiet“ bestimmte Auflagen erfüllen müsse. Wiederum war es Horst Etmanski, der der Ansicht war, eine Kindertagesstätte habe in einem Gewerbegebiet nichts zu suchen. Dass er mit dieser Ansicht relativ alleine dastand, zeigte sich spätestens in dem Moment, als er anregte, nach einer längerfristigen Lösung, vielleicht auch in Form eines Neubaus, zu suchen. Und last but not least sorgte das Thema „Controlling“ für Aufregung, weil vielleicht noch nicht alle in der Cafeteria den tieferen Sinn einer prophylaktischen Maßnahme erfasst hatten, die dem Steuerzahler eigentlich nur unnötige Kosten ersparen soll. Ein wenig glorreiches Beispiel waren die Sanierungsmaßnahmen an der Kreuzung Dellenberg/Reventloustraße. Das Ergebnis der Sanierung: Zuerst ging das Pflaster durch die Fahrzeuge kaputt, dann die Busse durch das sanierte Pflaster. Controlling ist deshalb nötig, weil nicht immer alle Verantwortlichen ihre Hausaufgaben vorbildlich machen und man vor Ablauf der Gewährleistungspflicht kostspielige Fehler vermeiden will. Eine vernünftige Maßnahme, sollte man meinen. Aber nach einem fernmündlichen Gespräch mit dem Amt war der Ausschussvorsitzende offensichtlich der Meinung, dass in Laboe offensichtlich alles in Ordnung sei. Sehr zur Erheiterung mancher Ausschussmitglieder, die mit dem Problem „Schilda-Kreuzung“ wohl offensichtlich nicht auf ein offenes Ohr hoffen durften. Quelle: Probsteier Herold

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