Laboe will Treibsel auf Ackerfläche am Ortsrand deponieren

Der Neumarkter Platz soll Standort für ein Projekt mit Wildpflanzen werden. Foto: Thomas Christiansen

Laboe. In diesem Jahr war es nicht so schlimm, ein Jahr zuvor türmten sich Berge von Treibsel am Strand von Laboe. Nun scheint die Lösung gefunden. Treibsel soll auf einer Ackerfläche am Ortsrand gelagert werden. Auch für das Pilotprojekt einer Fläche mit Wildpflanzen wurde mit dem Neumarkter Platz ein Standort gefunden. Bislang hat der Bauhof das, was an den Stränden angespült wird, im Bereich zwischen Surfschule und Hundestrand abgelagert und später teuer als Müll entsorgen lassen. Schon lange wurde ein geeigneter Platz gesucht, auf dem das mit Abfällen vermischte Seegras abtrocknen kann. „Seegras in reiner Form ist kein Abfall, aber es wird nicht in reiner Form angespült“, erklärte Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst im Umweltausschuss. Die Gemeinde habe Glück, dass eine verpachtete Fläche rechts der Kreisstraße 30 in Richtung Stein jetzt an sie zurückgehe und als Lagerplatz genutzt werden könne. „Schauen wir mal, was in einem Jahr davon übrig ist“, sagte Mordhorst. Auf Nachfrage versicherte sie, dass „reichlich Fläche“ für den Platz zur Verfügung stehe. „Der Standort ist super“, meinte Michael Meggle (GAL). Andrea Harrje (Grüne) mahnte an, dass die dort vorhandenen Knicks und Obstbäume nicht beeinträchtigt werden sollten. Mittel für den Lagerplatz sind im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs eingestellt, der aber, wie berichtet, im Werkausschuss abgelehnt worden war. Einstimmig beschlossen wurde ein Pilotprojekt zur Gestaltung einer Grünfläche mit Wildpflanzen auf dem Neumarkter Platz. Das könne noch in diesem Jahr starten, wenn der Haushalt beschlossen ist, erklärte Mordhorst. Für das schon länger geplante Projekt hatte der Ausschuss sich zuvor fachliche Beratung von der Agraringenieurin Gisela Twenhöven geholt. Sie hatte darauf hingewiesen, dass für die Ansaat von heimischen Wildpflanzen meist der Mutterboden abgetragen und durch mageren Boden ersetzt werden muss. Blühende Wildblumen würden dann viele Tierarten anlocken, die in übermäßig gepflegten Grünflächen nicht mehr vorkommen. Meggle mahnte ein „Defizit“ bei den Ersatzpflanzungen für die gefällten Bäume im Hafenbereich an, doch Mordhorst sagte, alle 27 Ersatzpflanzungen seien nach ihrer Kenntnis bereits erfolgt. Bis zur nächsten Sitzung soll nun geklärt werden, wo dies geschehen ist und ob der Ersatz gleichwertig ist. Die gefällte Kastanie an der Schule soll bis März ersetzt werden. Wegen des Pilzbefalls bei Kastanien regte Harrje an, lieber einen anderen Laubbaum zu pflanzen. Die GAL beantragte erneut, beispielhaft an mehreren Flächen die Kosten der Grünpflege zu ermitteln. „Wir brauchen Fakten“, meinte Meggle. Das sei ein großer Aufwand, der viel Zeit koste, sagte Mordhorst: „Das kann der Bauhof jetzt nicht leisten.“ chr

Quelle: Kieler Nachrichten

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