MWSH: Gemeindevertreter diskutierten erneut Gesprächsaufnahme

Der Havenpavillon mit altem Rettungsschuppen wird als Kulturdenkmal gekennzeichnet. Foto: Stoltenberg

Laboe (pst) Psychologen wären fasziniert gewesen oder wären einfach schlichtweg verzweifelt: Erneut startete der Versuch von PRO Schwimmhalle und Gemeindevertretern, endlich miteinander ins konstruktive Gespräch zu kommen. Nachdem ein Gemeindevertreter nach wiederum erheblichem Redebedarf sogar selber davor warnte, dass die GV den Charakter einer „Karnevalssitzung“ annehmen würde, waren nicht Wenige der zahlreich erschienenen Besucherschaft wieder mal am Rande der Verzweiflung.
Aber es gab dank eines heiß diskutierten Beschlussvorschlages der LWG und einem Vertragsentwurf für die Überlassung der Schwimmhalle an einen Trägerverein dann doch konkrete Anregungen zur konstruktiven Wiederaufnahme der Gespräche. Und Ole Schippn und GAL durften sich freuen: Denn einstimmig folgten die Gemeindevertreter dem Beschlussvorschlag der GAL, den Hafenpavillon mit altem Rettungsschuppen mit einer Denkmalschutzplakette offiziell als Kulturdenkmal auszuweisen. 2004 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Ulrike Mordhorst sagte zu, sich zwecks Terminvereinbarung zur Anbringung mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Verbindung zu setzen. Doch erst ging es um die Schwimmhalle: Über eine Machbarkeitsstudie und ein entsprechendes Gutachten sollen die Sanierungs- und Neubaukosten der Schwimmhalle ermittelt werden. Vorraussichtlich im kommenden Frühjahr sollen Ergebnisse vorliegen. Walter Kreft beschwerte sich noch einmal über die Vorgehensweise des Fördervereins. Der hatte vor der Podiumsdiskussion eine Stellungnahme bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Auftrag gegeben, die sich nach Ansicht mancher Gemeindevertreter eher wie eine „Dienstaufsichtsbeschwerde“ las. Nichtsdestotrotz appelliert Kreft an alle, die Ergebnisse des Gutachtens abzuwarten, um sich auf Basis echter Zahlen an einen runden Tisch zu setzen. Kreft: „Erst dann kommen wir ins Gespräch, aber bitte neutral und ohne Anfeindungen.“ In eine ähnliche Kerbe schlug auch Horst Etmanski. Jürgen Schröder (LWG) wagte schließlich den Vorstoß, der doch noch eine eine Dynamik in die Zielsetzung brachte, wieder miteinander zu reden. Denn weder der Schwimmhalle noch den Laboern ist derzeit mit der wortreich verfochtenen Sprachlosigkeit gedient. Schröder: „Wir müssen in Laboe zusammen arbeiten und den Riss kippen, der durch die Gemeinde geht.“ Dafür schlägt die LWG ein Betreiberkonzept nach dem Vorbild des bei der Podiumsdiskussion präsentierten vor, also mit viel ehrenamtlichem Einsatz. Mit dem Trägerverein aus PRO Schwimmhalle soll ein Vertrag erarbeitet werden, der den Verein zum Betreiber macht. Die Immobilie bleibt im Besitz der Gemeinde, die den Verein jährlich mit einer Summe von 320.000 Euro unterstützt. Während die SPD wieder Bedenken äußerte, dass das Beispiel „gar nicht auf Laboe übertragbar sei“, gerieten insbesondere die Grünen in die Kritik, obwohl Inken Kuhn eigentlich nur noch einige kritische Nachfragen hatte,. Schröder: „Wir werden heute über diesen Antrag entscheiden, auch wenn wir damit baden gehen.“ Und in Richtung der Grünen: „Ich verstehe das nicht. Ausgerechnet die Grünen hatten sich die Schwimmhalle doch als Wahlkampfthema ausgesucht.“ Und die Grünen waren es dann auch, die dem Antrag zustimmten, der schließlich mehrheitlich angenommen wurde. Wir für Laboe hatte sogar schon einen Überlassungsvertrag ausgearbeitet. Dem neuen Betreiber wird mit dem auferlegt, den Betrieb der MWSH zu übernehmen – allerdings mit einem überzeugenden Konzept. Der Trägerverein wird mit einer jährlichen Summe unterstützt, muss allerdings auch jährlich die Zahlen offenlegen. Damit ist zumindest der Grundstein für mögliche Gespräche gelegt.

Quelle: Probsteier Herold

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