Laboer Dorschtage abgesagt

Attraktives Hafenumfeld in Laboe:Marion Weiler findet die Neugestaltung gelungen. Foto: Thomas Christiansen

Laboe. Im nächsten Jahr wird es in Laboe keine Dorschtage geben. Nach der Absage des Veranstalters sucht die Gemeinde aber für die kommenden Jahre nach Alternativen. Das teilte Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst im Werkausschuss mit. Der Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebs wurde nach langer Diskussion abgelehnt. Im März dieses Jahres waren rund 150 Hobbyangler unter anderem aus Bayern und Berlin zu den Dorschtagen an die Förde gekommen. Die von einem großen Rahmenprogramm an Land begleitete Veranstaltung fand bereits zum 16. Mal in Laboe statt. Der Veranstalter hat die Absage jetzt damit begründet, dass nicht genug Schiffe für die Hochseeangelfahrten verfügbar seien. 2016 werde es deshalb definitiv keine Dorschtage geben, die Werkleitung prüft aber Alternativen für die Zukunft. „Ich denke, dass es eine attraktive Veranstaltung ist“, bedauerte der Ausschussvorsitzende Marc Wenzel die Absage. Der vom Werkleitungsassistenten Martin Göttsch vorgelegte Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebs der Gemeinde, zu dem die Betriebsteile Tourismus, Hafen, Schwimmhalle und Bauhof gehören, weist einen Jahresverlust von 677 500 Euro aus. Zur anteiligen Finanzierung der geplanten Investitionen wäre eine Kreditaufnahme von 275 000 Euro notwendig. Aufgrund der hohen Verschuldung sei die wirtschaftliche Lage des Eigenbetriebs weiterhin angespannt. Die beschlossene Erhöhung der Kurabgabe werde aber zu höheren Einnahmen führen. Außerdem wird erwartet, dass der Hafenbetrieb von der Stegsanierung im Jachthafen, der Hafenumfeldgestaltung und der Sanierung der Sanitäranlagen in der Börn profitieren wird. Für die Schwimmhalle soll der bereits „eingeschlagene Weg mit Senkung der Kosten und damit einhergehender Verbesserung der Wirtschaftlichkeit“ fortgesetzt werden. Der Betrieb der Halle werde aber auch 2016 „nicht kostendeckend zu leisten sein“. Nach sehr intensiver Diskussion lehnte eine Mehrheit aus CDU, LWG, GAL und Wir für Laboe den Wirtschaftsplan ab. Am 9. Dezember soll sich der Arbeitskreis Finanzen mit den Konsequenzen beschäftigen. „Wenn wir den Eigenbetrieb so lassen, wie er ist, werden wir immer mit den Verlusten leben müssen“, meinte der Ausschussvorsitzende Marc Wenzel. Ebenfalls lange diskutiert wurde über den Antrag der GAL, wieder eine Hafenuhr aufzustellen. Das früher dort installierte Exemplar verschwand durch die Umgestaltung des Hafenfelds und wurde nach Abschluss der Arbeiten nicht wieder errichtet. Der Ausschuss beschloss einstimmig, die Bürgermeisterin zu bitten, Kontakt mit Interessenten aufzunehmen, die eine Hafenuhr auch als Werbeträger aufstellen könnten. Standort soll aber das Hafenumfeld statt wie ursprünglich beantragt der Hafenvorplatz sein. Von Thomas Christiansen

 

Quelle: Kieler Nachrichten

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