Erschließung von Baugebiet weiter unklar

Die Teichstraße ist eng und nicht für Begegnungsverkehr ausgelegt. Die Anwohner wehren sich gegen eine Öffnung der Sackgasse als zweite Zufahrt für ein eventuelles Neubaugebiet hinter der Kirche

Laboe. Das Baugebiet hinter der Kirche und die mögliche Erschließung für den Verkehr erhitzt in Laboe weiter die Gemüter. Dabei hat sich seit der Einwohnerversammlung (wir berichteten) nichts getan, wie die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer Sitzung feststellten. Sie fassten einen Beschluss, der lediglich die Sachlage widerspiegelt: Das Bauleitverfahren soll fortgesetzt werden. Dreh- und Angelpunkt ist nach wie vor eine mögliche Erschließung über die Teichstraße, die als Sackgasse „viel zu schmal für den Begegnungsverkehr“ ist, wie die Anwohner immer wieder betonen. Doch derzeit stehe die Planung still, weil der Investor nicht bereit sei, die Planungskosten in vollem Umfang zu tragen, erläuterte Bauausschussvorsitzender Frank Giesler. Geprüft werde nun, ob der Investor die Kosten für das benötigte Verkehrsgutachten übernehme, sodass wenigstens festgestellt werden könnte, ob die Teichstraße überhaupt als Verkehrsanbindung geeignet sei, erklärte Dennis Jahn vom Bauamt. Die LWG (Laboer Wählergemeinschaft) erklärte, ein zusätzliches von der Gemeinde zu finanzierendes Verkehrsgutachten lehne sie ab und erhielt Zustimmung von allen Fraktionen. „Wir müssen über Dinge, die ohnehin gesetzlich vorgegeben sind, keinen Beschluss fassen“, sagte Jürgen Schröder (LWG). Uli Schäfer (Grüne Aktive Laboe) sagte, er sehe die Gemeinde zum jetzigen Zeitpunkt mit der Planung überfordert. Als Signal an die Bürger und Anwohner der Teichstraße sprachen sich alle Vertreter dafür aus, das Bauleitverfahren weiter zu betreiben. Für reichlich Kopfschütteln sorgte die durch Dennis Jahn aufgezeigte Historie des Gebiets. Demnach wurde bereits 1983 ein Aufstellungsbeschluss gefasst und 1984 die Satzung verabschiedet. Dann ging 1985 der Vorhabenträger in Konkurs, 1986 wurde die Satzung bestätigt und 1989 stellte der Kreis Plön Mängel fest. Bis 2001 lief dann erneut ein Bauleitverfahren, das im Dezember auch in einem Satzungsbeschluss mündete. Doch dann starb zwei Monate später der Planer, der B-Plan erlangte nie Rechtskraft. „Und dann hört die Akte einfach auf“, erklärte Jahn. „Und das fiel niemandem auf?“, fragte Uli Schäfer (GAL). Auch Wiebke Eschenlauer kritisierte diese „Steuerverschwendung“.  Dieser Vorfall sei ein Grund für das Beschluss-Management und Controlling, das die Fraktion Wir für Laboe (WfL) angeregt habe, erinnerte Sprecher Carsten Leonhardt. Einmütig stimmten die Vertreter dem Antrag zu, die Verwaltung möge zur nächsten Sitzung Vorschläge für ein Controlling zur Verfolgung von Gewährleistungsansprüchen bei Bauprojekten unterbreiten. asc
Quelle: Kieler Nachrichten

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