„Ist das noch Laboe?“ – Welche Möglichkeiten es zum Erhalt alter Gebäude gibt

Viele Laboer machte dieser Anblick traurig: Die "Speelmannsstell" wurde abgerissen, um einen ehrgeizigen "Residenz"-Neubauprojekt Platz zu machen. Foto Stoltenberg

Laboe (pst) Es ist noch gar nicht so lange her, dass das Laboer Oberdorf von historischen Bauernhöfen geprägt wurde. Viele wurden verkauft und wichen Neubebauung oder zumindest einer neuen Bebauung mit Rücksicht auf die alten Strukturen. Vielen Laboern stellt sich jetzt die Frage, wie die Reste des Rundlings noch erhalten werden können. Nach dem traurigen Verfall des ursprünglichen Beeke-Sellmer-Hauses und dem Abriss der „Speelmannsstell“ werden wieder die Rufe danach laut, den Rundling auch als Touristenattraktion zu erhalten. Dem gegenüber stehen hoher finanzieller Aufwand und die Frage, ob der Denkmalschutz nur Vorteile mit sich bringt. Und: Was kann man als Privatperson tun, um sich für den Erhalt historischer Architektur einzusetzen? Die klare Antwort darauf: Streng genommen nichts. Denn das Landesamt für Denkmalpflege hat nicht immer nur gute Erfahrungen mit jenen Einzelpersonen gemacht, die sich als „Anwälte historischer Gebäude“ aufspielen. Um ein altes Gebäude dauerhaft zu erhalten, empfiehlt sich immer noch, als Hauseigner selber einen Antrag zu stellen, seinen Besitz unter Denkmalschutz zu stellen. Der Vorteil: Man kann auf Förderung hoffen. Das historische Bauwerk bleibt auch für folgende Generationen erhalten, ebenso wie der ursprüngliche Charakter des Dorfes. Der Nachteil: Viele Besitzer befürchten, dass die Vorgaben des Denkmalschutzes das Gebäude für eventuelle Käufer uninteressant machen. Und: Nicht wenige Besitzer von Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, spielen schon mal mit dem Gedanken, mit Ferienwohnungen oder anderen Modernisierungen mit der Zeit zu gehen. Das eine muss das andere aber nicht ausschließen, so ein Sprecher des Landesamtes für Denkmalschutz. Denn gerade, wenn es um Modernisierungen geht, gibt es durchaus einen Spielraum, beharrt der Denkmalschutz nicht immer darauf, dass alles beim Alten bleibt, sondern sozusagen im Einklang mit dem Alten erneuert wird. Ein Gebäude ist dann auch nicht prädestiniert, unter Denkmalschutz gestellt zu werden, wenn der Eigentümer sich alte Handwerksmethoden angeeignet hat, um es wieder auf den neuesten, alten Stand zu bringen. Denn: „Wesentlich ist für uns, dass möglichst viel der alten, ursprünglichen Substanz erhalten wurde.“ Hinzu kommen verschiedene Kriterien wie historische Bedeutung, künstlerische Aspekte oder Einbindung in das Ortsbild. Hat Jemand das Gefühl, dass ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude gefährlich vernachlässigt wird oder eines, das unter Denkmalschutz gestellt werden sollte, hilft es nicht, die entsprechenden Behörden telefonisch zu informieren. Hier empfiehlt es sich, entsprechende Fachverbände, einen Heimatverein oder Institutionen, die sich mit der Dorfhistorie beschäftigen, mit ins Boot zu holen. Möglich wäre auch eine offizielle Gruppe von Gemeindevertretern, die sich für den Erhalt eines bestimmten oder mehrerer Gebäude stark machen. Wendet man sich dann per E-Mail oder auf einem anderen Weg an die Denkmalpfleger werden die auch ohne Einwilligung oder Antrag eines Eigentümers aktiv.

Quelle: Probsteier Herold

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