„Ein Gottesdienst, der alle fünf Sinne anspricht“

Die Kinder hatten großen Spaß an ihren sanglichen Darbietungen. Außerdem durften sie ihren Familien Ähren überreichen. Foto Stoltenberg

Laboe – Es war nicht nur für die vielen Kinder ein leckerer Anblick: Rund um die Erntekrone lagen Kürbisse, Kohl, Äpfel, Brote und diverse Blumen. Die Laboer hatten sich sehr spendabel gezeigt, um den Gottesdienst zum Erntedankfest besonders schön zu gestalten. Und Pastor i. R. Andreas Eilers gelang es, den Gottsdienst besonders locker und familienfreundlich zu gestalten. Denn immerhin waren diverse ganz kleine Besucher in der Anker-Gottes-Kirche, gekommen, um Lieder zu präsentieren und Ähren zu überreichen.
Einem Mini-Laboer hatte es besonders der Altarraum angetan Er schaute sich mit großen Augen um, während einige seiner kleinen Kollegen schon mal die leckere Deko in Augenschein nahmen. Andreas Eilers: „Beim heutigen Gottesdienst werden alle fünf Sinne angesprochen.“Aber bevor Eilers erläuterte, wie man nicht nur reich, sondern reich vor Gott wird, dankte er noch den vielen fleißigen Spendern und Helfern, die die „Ernte“in der Kirche schön drapiert hatten. Die Kinder hatten sichtlichen und hörbaren Spaß daran, den unterschiedlichen Generationen in der voll besetzten Anker- Gottes-Kirche das eine oder andere ernte-typische Lied zu präsentieren. Gemessen am erfreulichen Anlass war der Gottesdienst dann auch alles andere als steif. So wurde auch kein Kind zur Ruhe gerufen, weil es aus Begeisterung mit dem kleinen „Kollegen“ noch einen kleinen Schwatz hielt. „Gott sorgt nicht nur für Früchte und Feld, sondern alles, was uns am Leben erhält:“ In diesem Sinne erzählte Andreas Eilers die Geschichte vom reichen Bauern, der das mit dem Reichtum vor Gott wohl gründlich missverstanden hatte. Ihm wurde eines Jahres eine Rekordernte beschert. So reich war die Ernte, dass der Bauer gar nicht mehr wusste, wohin mit den ganzen Früchten seiner Arbeit. Schließlich entschied er sich, riesige Scheunen zu bauen – und das ohne Rücksicht auf andere und immer in dem Bestreben, noch mehr weltlichen Reichtum anzusammeln. Bitten von Bedürftigen, ihnen zu helfen, schlug der Bauer schlichtweg aus, weil er die Scheunen bauen musste. Und es kam wie es im biblischen Sinne kommen musste: Zwar hatte er genügend Vorräte für viele Jahre angesammelt, von denen hatte er allerdings gar nichts, weil ihm verkündet wurde, dass er noch in der kommenden Nacht sterben werde. Ähnlich ergeht es so manch einem modernen Spitzenmanager, der sogar sein Burnout ignoriert. Aber reich vor Gott heißt eben nicht, das weltliche Unvermögen vor das moralische Vermögen zu stellen. Reich vor Gott zu sein, heißt auch, sich über jeden neuen Tag zu freuen und über – hoffentlich – guter Gesundheit und dankbar für das täglich Brot zu sein. Dankbar für Brote, Kürbisse und Co. waren auch jene Kirchenbesucher, die die Erntedank-Deko schließlich mit nach Hause nehmen konnten. Eilers: „Ich wäre ihnen dankbar, wenn sie die Erntekrone hierlassen würden.“ Die Spende ging an den Kindergarten der evangelischen Kirchengemeinde „Kleiner Anker“. Und im Anschluss an den Gottesdienst hatten alle Besucher noch Gelegenheit, sich vor der Kirche an Bläserklängen zu erfreuen und dank des Herrenkochclubs einen deftigen Kartoffel-Eintopf mit Würstchen zu genießen. Philine Stoltenberg

Quelle: Probsteier Herold

 

Zurück