Großer Anklang für Protest-Film „Trambolin“ beim Kurzfilm-Kieck-in

Die beiden Lokalmatadoren des ersten Laboer Kurzfilm-Kiek-in: Luca Krömer (links) und Jonathan Bahr. Sie stellten ihren Film „Trampolin“ vor, der nicht ihr einziges gemeinsames Projekt bleiben soll. Foto Schmidt

 

Laboe (CC) Das hatte es so in Laboe noch nicht gegeben: Das erste Kurzfilm-Kieck-in füllte die Lesehalle bis auf den letzten Platz, rund 80 Besucher drängten sich auf Bänken, Stühlen und teilweise stehend, um die zwischen 43 Sekunden und etwa zehn bis zwölf Minuten langen Streifen zu verfolgen. Dabei war auch ihre Mitarbeit gefragt. So ließen sich die Zuschauer nicht lange bitten und beteiligten sich mit Zettel und Stift am Ranking der Filme. Ergebnis: Die Lokalmatadoren lagen deutlich von dem Oskar- Preisträger.

Sein Markenzeichen ist der Hut: Rolf Beicher, seit über 20 Jahren Macher des Jugendfilmfestivals und Kurzfilm-Fan. Er war selbst überrascht von der Resonanz, die seine Veranstaltung in Laboe fand. Und er war gleichzeitig ein wenig traurig, dass er auch Menschen nach Hause schicken musste, weil einfach kein Platz mehr war. Gleichzeitig freue er sich natürlich über diese große positive Resonanz, die ihm entgegen gebracht worden war. „Das zeigte sich auch in vielen Gesprächen“, sagte Beicher. Denn zu denen ermunterte er das Publikum. Nach jedem Film entspann sich eine, wenn auch zumeist zurückhaltende, Meinungsäußerung über Inhalt und Wirkung des Gesehenen. Besonders reizvoll war es für die Zuschauer, dass drei der Filmemacher selbst dabei waren und als Lokalmatadoren Rede und Antwort zur Entstehung und Aussage standen. So erzählte Lynn Marx, Fotografin aus Lutterbek, aus ihrer Arbeit. Zu sehen war einer ihrer früheren Filme „Das Maß“. Ein Streifen, der durch seine geschickte Konfliktlösung für Heiterkeit und Zustimmung im Zuhörerkreis sorgte. Sie produzierte inzwischen weitere Filme, unter anderem einen über Heinz Ratz. Außerdem bannte sie die 40-jährige Geschichte der Szenekneipe „Der Lutterbeker“, die ihren Eltern gehört, in einem 96-minütigen Film, ein Auszug davon läuft bereits im Internet. Großen Anklang fand auch der Beitrag von Luca Krömer (18) und Jonathan Bahr (19). Die beiden hatten den Film „Trampolin“ auf die Internetplattform Youtube gestellt und waren quasi von Rolf Beicher auf der Suche nach regionalen Beiträgen „entdeckt“ worden. „Es war eine gute Erfahrung, den Film vor einem Publikum vorstellen zu können“, erzählt Jonathan Bahr. Entstanden war der Clip sozusagen als Protest gegen die Schließung des Trampolins am Laboer Badestrand. Dort hatte es Konflikte zwischen den Springern und Anliegern gegeben, die Gemeinde hatte den Vertrag mit der Betreiberin nicht verlängert. Für die beiden Jugendlichen war dies der Auslöser, in einem Beitrag zu zeigen, wie viel Spaß ohne das Sportgerät verloren geht. Auch andere Filme regten zum Nachdenken an und waren teilweise nicht auf den ersten Blick durchschaubar. Genau diese Mischung machte das Festival aus, das Rolf Beicher im nächsten Jahr in Laboe garantiert wiederholen wird. Mit neuen Filmen, versteht sich. Er nutzt dafür ein großes Netzwerk und arbeitet mit der Kurzfilmagentur „Auge und Ohr“ zusammen. Eine Gruppe, die sich für das Genre stärker interessieren und eventuell mitarbeiten wollte, fand sich spontan nicht zusammen. „Aber muss ja auch nicht. Es war ein gelungener Abend“, sagte Beicher zufrieden.

Quelle: Probsteier Herold

 

 

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