Kurz-filmische Highlights ...

Sein Leben dreht sich schon seit Jahrzehnten um das Thema Kurzfilm: Rolf Beicher, gebürtiger Kieler, Langzeitschwabe und jetzt Wahl-Laboer feiert mit "KurzFilm-Kiek-in" Premiere im Ostseebad. Foto: Stoltenberg

Laboe/Kiel – Mit „Kurz- Film-Kiek-in“ hat Laboe jetzt auch sein eigenes kleines Filmfestival. Möglich macht das ein gebürtiger Kieler, den es nach Baden-Württemberg zog, um sich unter anderem um hoffnungsvolle Filmtalente zu kümmern. Vor Kurzem entschied sich Rolf Beicher dann, Laboe zu seiner Wahlheimat und der seiner Frau zu machen. Und jetzt will er im hohen Norden Kurzfilm-Fans begeistern und „Kiek-in“ zur Marke machen. Am Freitag, 25. September, beginnt das „KurzFilm – Kiek-in“ um 20 Uhr in der Laboer Lesehalle. Es ist nicht Rolf Beichers Art, die Hände in den Schoß zu legen und lediglich die frische Küstenluft zu genießen. Der ehemalige Oberstudienrat hat einen sehr filmisch geprägten Lebenslauf: Von 1977 bis 1987 war er als Leiter von Schüler- Film-Arbeitsgemeinschaften aktiv. Mit Erfolg: Viele seiner damaligen Schüler haben sich in Film und Fernsehen schon einen großen Namen gemacht. 1982 wurde „Dreamsets“ zum besten Stoptrickfilm des 1. Bundesweiten Schülerfilmfestivals in Hannover gekürt. Drei Jahre später gab es für „Escape of Miss Pacman“ die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft der im BDFA organisierten Filmautoren in Tallinn. Und damit filmisch nicht genug: Von 1984 bis 2004 war Beicher Initiator und Organisator von elf Schüler-Film-Festivals in Baden-Württemberg, außerdem Mitglied der Jury der vom Bundesverband Jugend und Film veranstalteten „Werkstatt der jungen Filmszene“. Und immer wieder laufen in den unterschiedlichsten Fernsehsendern Filme jener ehemaligen Filmschüler, die, so Beicher, „ich mit groß gemacht habe. In Laboe erwarten das Publikum besondere filmische Leckerbissen, die zum Teil auch einen direkten maritimen Bezug haben. Denn in einem Film geht es um den Abschied eines Seemanns. Und auch Werke junger Filmemacher aus Laboe und Lutterbek werden in der Lesehalle zu sehen sein. Neben Jonathan Bahr und Luca Krömer wird auch Linn Marx, die vielen eher als Fotografin bekannt ist, vor Ort sein, ihre Filme präsentieren und dem Publikum Rede und Antwort stehen. Höhepunkt des Programms ist die Präsentation des Films „Erledigung einer Sache“ von Dustin Loose, der wenige Tage zuvor in Beverly Hills mit dem Student Academy Award, dem Studenten-Oscar, ausgezeichnet wurde. Zu den gezeigten Filmen gibt es Gespräche und auch eine Publikumswertung. Das „Kiek-in“ in Laboe ist in insgesamt drei Teilen zu sehen und dauert zirka zwei Stunden. Die Premiere des 1. „KurzFilm- Kiek-in“ wird eingerahmt durch eine Preview mit anderen Filmen im Kieler Café Godot und ein Spezial, das am 13. Oktober wiederum im Café Godot um 19 Uhr beginnt. Kurzfilme sind frei von kommerziellen Zwängen und können deshalb aus den bekannten TV- und Filmstandards ausbrechen. Kleine Budgets zwingen die Filmemacher zum Improvisieren und zeigen so eine bunte Palette von Möglichkeiten der inhaltlichen und stilistischen Gestaltung. Und den Genres sind von Spielfilm, Experimentalfilm, Animationsfilm, Reportage oder Dokumentation keine Grenzen gesetzt. Und schon im Vorfeld des kleinen Laboer Filmfestivals konnte Beicher nicht nur namhafte Unternehmen wie den Ostseemakler und die Reklamewerkstatt begeistern. Die Volkshochschule Laboe erklärte sich bereit, Veranstalter des „KurzFilm-Kiek-in“ zu sein. Und bei dem erwartet das Premieren-Publikum eine bunt gemischte Auswahl der unterschiedlichsten Filme, über deren Inhalt aber noch nichts verraten wird. Und das erste „Kiek-in“ wird nicht das letzte gewesen sein. Denn schon im kommenden Jahr plant Beicher das zweite „KurzFilm-Kiekin“. Philine Stoltenberg 

Quelle: Probsteier Herold

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