Neue Welle für den Erhalt der Halle

Zu jeder Zeit die Diskussion im Griff: Moderator Martin Lätzel (li) ließ jede Fraktion geordnet zu Wort kommen: (von links) W. Kreft (SPD), K.-Chr. Fleischfresser (TVL), H.Etmanski (CDU) u. S. Matthiesen (LWG). Foto: Astrid Schmidt

Laboe. „Was ist passiert, ein Jahr nach dem Bürgerentscheid? Ist etwas passiert?“ Auf diese Frage gab es am Freitag in einer vom Förderverein Schwimmhalle veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema Schwimmhalle verschiedene Antworten. Und es gab „ein zartes Pflänzchen mit Namen Hoffnung“, wie Vereinssprecher Christian Matthes sagte. Hoffnung, dass es doch noch ein gemeinsames Konzept von Förderverein und Gemeinde für den Weiterbetrieb der Schwimmhalle gibt und es keines zweiten Bürgerentscheids bedarf. Das Fazit vorweg: Die Ausführungen von Christian Pohlmann vom Trägerverein „Bürgerbad“ in Nachrodt-Wibling werde (Nordrhein-Westfalen)nahmen alle Fraktionen mit großem Interesse auf. Sowohl CDU als auch SPD bewerteten das dortige Modell positiv.  Wie Pohlmann ausführte, war das Bad aus Kostengründen 2013 geschlossen und auf Bürgerinitiative für einen Euro an den ehrenamtlichen Trägerverein übergeben worden, der heute das Bad betreibt. „Es funktioniert aber nur durch das hohe ehrenamtliche Engagement“, betonte Pohlmann. Inzwischen sei der Vertrag mit der Gemeinde verlängert, die ein Drittel ihrer bisherigen Kosten als Betriebskostenzuschuss zahle. „Alles, vom Wasserflächenmanagement, Marketing, Sponsorensuche, Schwimmaufsicht bis hin zur Verwaltung wird ehrenamtlich erledigt. Nur so konnten wir die Kosten drastisch senken.“ Die in Laboe eingeführte Mittagspause und Reduzierung der Öffnungszeiten seien falsche Entscheidungen gewesen. „Besucherschwache Zeiten haben wir mit Kursen gefüllt, um Einnahmen zu erzielen“, nannte Pohlmann einen Weg zu mehr Wirtschaftlichkeit. Für Martin Opp (Grüne Aktive Laboe) war das Beispiel aus dem Sauerland eine Bestätigung dessen, was die seinerzeit gegründete Genossenschaft immer wollte. „Das Problem ist, dass man in dieser Gemeinde nicht miteinander redet“, so Opp. Andrea Harrje (Grüne): „Wir sind alles Laien. Warum kommt dieser Vortrag erst nach einem Jahr?“ Horst Etmanski (CDU): „Für einen Euro das Gebäude übergeben – das könnten wir uns auch vorstellen.“ Walter Kreft (SPD) nannte schon Zahlen. „125 000 Euro Zuschuss könnten wir wohl aufbringen“, rechnete er vor. Stephan Matthiesen (LWG): „Das könnte ich mir sofort vorstellen. Eine öffentliche Verwaltung kann kein Geschäft führen. Ich halte die Änderung der Öffnungszeiten auch für falsch.“ Carsten Leonhardt (Wir für Laboe): „Wir können das nicht allein stemmen. Wir brauchen das Gutachten und die klare Aussage der Umlandgemeinden.“  Das bestätigten Amtsvorsteher Wolf Mönkemeier und Eckhart Jensen vom Amt Schrevenborn. Er sicherte die Unterstützung des Amtes Schrevenborn zu, forderte die Laboer Bürgermeisterin aber auch auf, die Amtsverwaltung stärker einzubinden.  Am Ende ließ sich dann fast so etwas wie Aufbruchstimmung vernehmen. Karl-Christian Fleischfresser vom Förderverein appellierte an alle, erneut miteinander zu sprechen, „damit wir keinen zweiten Bürgerentscheid brauchen“. Auch Hartmut Mai vom Förderverein signalisierte mit seinem Schlusswort Gesprächsbereitschaft: „Wir haben Zutaten, wir haben Köche, lasst uns kochen.“  

Quelle: Kieler Nachrichten

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