Baugebiet hinter der Kirche: Laboer fordern Verkehrskonzept

Mit Plakaten tun die Anwohner der Ostlandstraße ihren Unmut über das geplante Baugebiet hinter der Kirche kund. Foto Nadine Schättler

 

LABOE. Die Aula der Grundschule Laboe war bis auf den letzten Platz besetzt. Mehr als einhundert Bürger kamen zu der Einwohnerversammlung, die das Thema Bauleitplanung am Beispiel des geplanten Baugebietes hinter der Kirche auf der Agenda hatte. Es war keine gewöhnliche Einwohnerversammlung, zu der die Gemeinde für Donnerstagabend eingeladen hatte. Nach dem üblichen Ablauf eines Bauleitverfahrens erfolgt in der Regel zunächst die Ausarbeitung der Planentwürfe, bevor Dritte wie etwa die Öffentlichkeit beteiligt werden. Aber soweit sei es noch nicht, wie Amtsdirektor Sönke Körber zu Beginn der Veranstaltung betonte. „Wir sind gedanklich nicht einen Tag weiter als der Aufstellungsbeschluss“, so Körber. Mit Informationen über den Ablauf eines Bauleitverfahrens versuchte er, den Anwohnern, die eine Zunahme des Verkehrs über die möglichen Zufahrtsstraßen befürchten, etwas die Sorge zu nehmen. „Erst muss ein Gutachten klären, ob die Ostlandstraße in der Lage ist, den Verkehr aufzunehmen oder nicht. Es gibt tausend Gründe, warum ein Verkehrsgutachter zu einem negativen Ergebnis kommen könnte“, beruhigte Körber die Anwohner. Dass ein Gutachter auch andere Möglichkeiten betrachten könnte, ist für den Amtsdirektor selbstverständlich. „Das wäre ja sonst fatal.“ Derzeit sei man aber noch nicht in die konkreten Planungen eingestiegen, lediglich das Angebot eines Büros liege vor. „Es gibt einen Vertrag über die Kosten, aber es fehlen die beiden Unterschriften von der Gemeinde und dem Investor.“ Letzterer halte sich derzeit zurück, informierte Körber. Nach einem gemeinsamen Telefonat habe der Investor zuletzt signalisiert, dass das Baugebiet hinter der Kirche momentan nicht auf Platz eins seiner Interessenliste rangiere. Die Kritik von einigen Anwohnern, eine grundsätzliche Verkehrsplanung in Laboe sei schlichtweg „vergessen“ worden, warf Körber mit dem Hinweis auf einen Verkehrsentwicklungsplan aus dem Jahr 2010 zurück. „Die Gemeinde kümmert sich sehr wohl. Aber wenn wir uns überlegen, den Verkehr anders zu leiten, werden Mengen nur verlagert. Ohne private Interessen zu treffen, geht es gar nicht.“ Zum Abschluss der Versammlung stimmten die Einwohner über den Antrag einer Anwohnerin ab. In diesem wird die Gemeindevertretung dazu aufgefordert, über die Notwendigkeit des Ausbaus der Teichstraße, über die Erhaltung eines Feuchtweidengebietes in dem geplanten Baugebiet, über ein Verkehrskonzept im Zusammenhang mit dem Bauleitverfahren und über Anregungen von Laboern zu beraten, die der Bauausschuss „nicht gewürdigt“ hatte. Bei zwölf Enthaltungen stimmte von insgesamt rund 120 Anwesenden die große Mehrheit für diesen Antrag. nsc 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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