Um die Faszination Mensch zu zeigen, greift die Künstlerin schon mal zu Kaffee und Zement

Gisela Bratumyl vor ihrem Bild "Hommage" - ein Gesicht, in das sie Elemente von Magritte und Warhol eingearbeitet hat

Laboe (pst) Es gibt Ausstellungen, in denen der Betrachter von den Exponaten gemustert wird. Im Fall von „Alles Mensch“, der aktuellen Ausstellung im Freya-Frahm- Haus, passiert das sogar ausgesprochen häufig. Denn die Laboer Künstlerin Gisela Bratumyl ist fasziniert von der Ausdruckskraft verschiedener Gesichter.
Vor 14 Jahren entdeckte die Laboerin ihre Leidenschaft für die Malerei. Aber auch Skulpturen sind in der Ausstellung zu sehen. Denn ob Sand, Tee, Kaffee, Holz, Zement oder Eierschalen – Gisela Bratumyl erkennt auch in den unterschiedlichsten Materialien künstlerisches Potenzial. Gisela Bratumyl: „Schon in meiner Schulzeit habe ich meine Hefte fürs Zeichnen benutzt.“ Worüber ihre Lehrer nicht besonders begeistert waren. Nach der Schulzeit plante Bratumyl dann eine berufliche Laufbahn als Modezeichnerin oder Dekorateurin, wurde aber Buchhalterin. Aber die Liebe zur Kunst blieb. In „Alles Mensch“ sind in 26 Exponaten die unterschiedlichsten Gesichter zu sehen. Mal sind sie sehr realistisch wiedergegeben, dann wieder fast schon surreal. Wie die „Hommage“, ein großes Portrait, in dem Bratumyl Elemente von Magritte oder Warhol mit eingebracht hat. Besonders beliebt bei den Ausstellungsbesuchern ist das sehr plastisch gestaltete Portrait des Indianers „Robe Cheyenne“, den es wirklich gab. Für ihn gab es schon diverse Kaufangebote, aber Gisela Bratumyl blieb standhaft. Denn verkaufen möchte die Autodidaktin ihre Werke nicht. Beeindruckend wiederum ist das Portrait eines Massai, sehr plakativ jener „Träumer“, der eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Marlon Brando hat. Gisela Bratumyls Bilder entstehen als Geschichten im Kopf. Dementsprechend nennt sie eine neue Schaffensserie „Geschichtenbilder“ oder „Kulturenbilder“. Und die erzählen die unterschiedlichsten Geschichten. Die Ausstellung „Alles Mensch“ ist noch bis zum 27. September zu sehen. Geöffnet ist das Freya-Frahm- Haus jeweils von Freitag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr.
Quelle: Probsteier Herold

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