Orgelsommer endet auf britische Art

Zum Finale traten die Cerulean Singers (vorn) mit Fiat Vox auf. Foto: SEL

Laboe „Das Beste kommt zum Schluss“ hatte Kantor Eckhard Broxtermann schon zu Beginn angekündigt und damit nicht zu viel versprochen. Die Kirche war allerdings bereits beim ersten Teilkonzert gut gefüllt: Dort präsentierten die Cerulean Singers aus Sparrieshoop festliche englische Chormusik in Form eines Evensong, einer Art gesungener Andacht.  Die gute Resonanz auf das Abschlusskonzert freute den Kantor ebenso wie das konstante Interesse an der Veranstaltung den ganzen Sommer über: So hatten die Orgelmatineen in der Regel um die 70 Zuhörer – obwohl sie dienstags um 11 Uhr stattfinden. Die Sonderveranstaltungen wie Orgel und Krimi (Autor Till Raether) oder Orgel und Stummfilm (Nosferatu) seien jeweils sehr gut angekommen. Der Orgelsommer war vor fünf Jahren noch von seinem Vorgänger ins Leben gerufen worden: „Darauf baue ich auf“, so Broxtermann, und verwies auch auf die kräftige Unterstützung durch die Ehrenamtlichen, ohne die es weder Blumenschmuck noch Pausen-Imbiss auf dem Vorplatz geben würde. Für die Last Night hatte Broxtermann das Konzept des Sommerkonzert-Finales in der Londoner Royal Albert Hall für Laboe adaptiert. Nach den Cerulean Singers trugen zunächst der Kantor selbst und Trompeter Ralf Lentschat Stücke von Elgar, Purcell, Alcock und Händel vor. Für den populären Teil sorgte das Vokalensemble Fiat Vox, ehemalige Sänger des Dresdner Kreuzchores, denen neben einem sehr schönen My Way (Frank Sinatra) und What a wonderful world (Louis Armstrong) sogar eine überzeugende A-cappella-Version von Queens Crazy little thing called love gelang. Und dann das Finale, bei dem alle Mitwirkenden noch einmal auftraten. Höhepunkt: Edward Elgars mitreißendes Pomp and Circumstance (Military March No.1), für das Annette Elisabeth Arnsmeier die Orgel übernahm. In der Royal Albert Hall steht das Publikum dazu auf, schwenkt Fähnchen und wippt in den Knien – das Fähnchenschwenken funktionierte auch in Laboe ganz gut, die Aufsteh- und Wipp-Tradition war aber wohl zu wenig vertraut. Abweichend vom britischen Konzept hatte Broxtermann als Schlusschoral Herr Gott dich loben wir mit Orgel, Chören und zum Mitsingen eingebaut. Gemessen am Beifall des Publikums darf Broxtermann auch am 4. Juni 2016 wieder mit vollem Haus rechnen – dann beginnt den nächste Orgelsommer. sel   

 

Quelle: Kieler Nachrichten

Zurück