„Beim Dienst wusste man nie, was einen erwartete“

"Beim Dienst mit dem Krankenwagen wusste man nie, was einen erwartete", erinnert sich Ute Ulrich an aufregende Zeiten

Laboe (pst) „Das Helfen war für mich immer das Wichtigste“, sagt Ute Ulrich, die aber immer noch und immer wieder ehrenamtlich aktiv wird. 25 Jahre lang war sie Erste Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Ostseebad Laboe. Aber auch schon vorher war sie über viele Jahre im Vorstand und natürlich als Ehrenamtliche beim DRK aktiv. Jetzt wurde der DRK-Vorstand von einem neuen Vorstand abgelöst.
Ute Ulrich wurde in diesem Zuge zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Die frisch gebackene Ehrenvorsitzende kam über einige Umwege ins Ostseebad. 1940 in Wien geboren, musste die Familie 1945 flüchten. Erst führte sie ihr Weg in Richtung Danzig. Später wohnte Ute Ulrich in Blumenthal, wo sie auch die Schule besuchte und später eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau machte. Ihren Mann hatte sie im hohen Norden kennen gelernt und 1962 heiratete das Paar in jenem Haus in Laboe, in dem Ute Ulrich heute wohnt. Besonders gut und gerne erinnert sich die Wahl-Laboerin an die Zeiten, als sie zusammen mit anderen Mitgliedern des DRK Bereitschaft hatten. Denn in den 70ern gab es noch keinen Rettungsdienst wie heute. Den Ersthelfern des DRK stand ein alter Wagen der MaK zur Verfügung, um in Notfällen zu Hilfe zu kommen. Der Wagen wurde entsprechend ausgestattet, die DRK-Mannschaft absolvierte viele Erste Hilfe Ausbildungen bis hin zum Rettungsassistenten. Ute Ulrich: „Zuerst waren wir an den Wochenenden, später rund um die Uhr mit unserem Wagen im Einsatz.“ Damals arbeitete das Team vom DRK sehr eng und gut mit Polizei und Ärzten zusammen, denn die Retter vom DRK genossen den Ruf, sehr zuverlässig zu sein. Und auch mit der Mannschaft des Seenotkreuzers arbeiteten Ute Ulrich und ihre ehrenamtlichen Kollegen zusammen. Ute Ulrich: „Wir haben damals viele schlimme Situationen erlebt, aber ich möchte diese Zeit trotzdem nicht missen.“ 17 Jahre lang war Ulrich im Krankenwagen unterwegs, hat über 2.000 Einsätze miterlebt – „besonders die Einsätze, bei denen es um Kinder ging, waren furchtbar“. Keiner von ihnen hat für den Dienst Geld genommen, Geld gab es für die Ausbildung und die Jacken, die sie als Mitglieder des DRK auswiesen. Ute Ulrich: „In den Krankenhäusern wurden wir immer das Hausfrauenteam genannt.“ Aber auch sonst waren die Ehrenamtlichen alles andere als untätig. Sie organisierten Behindertenfahrten aus Raisdorf, am Strand waren sie zuerst in einem Bauwagen und später im eigenen kleinen DRK-Häuschen als Retter und Ersthelfer aktiv. Zuerst übernahm das DRK die Trägerschaft der Spielstube, im Jahr 2000 übernahm das DRK auch die Trägerschaft der Kita. Fünf Mal im Jahr ruft das DRK in Laboe zum Blutspenden auf und organisiert die Aktionen. 2005 wurde Ute Ulrichs ehrenamtliches Engagement mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein belohnt. In Laboe entstand außerdem die Kleiderkammer, damals noch unter der Vorarbeit von Peter Möller. Bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit wurde Ute Ulrich auch immer wieder von ihrem Mann unterstützt. Vor Kurzem übergab sie ihren Vorsitz im Vorstand an Jan-Hendrik Köhler- Arp. Der gesamte Vorstand wurde erneuert und verjüngt. Viele neue Vorstandsmitglieder arbeiten in Berufen, die ihnen bei der Vorstandsarbeit zugute kommen. Ute Ulrich: „Es war ein reibungsloser, harmonischer Übergang.“ So hat sie jetzt auch mehr Zeit, sich ihrem Hobby, dem Singen im Chor, zu widmen. Froh ist Ute Ulrich auch darüber, dass der Schaden, den ein Laboer Steuerberater dem DRK zugefügt hatte, zumindest in materieller Hinsicht behoben wurde. Ute Ulrich: „Wir sind den Spendern sehr dankbar. Und auch das Team in der Kita hat immer zum DRK gehalten.“ Der restliche Schaden konnte schließlich durch die zuständige Versicherung ausgeglichen werden. Und das DRK kann sich neuen Zielen widmen. Dazu gehört unter anderem auch die Erneuerung des Kleiderkammerkonzepts in neuen Räumlichkeiten. Insgesamt 220 Mitglieder hat das DRK mittlerweile. Und Ute Ulrich ist weiter ehrenamtlich aktiv und wird es sich als Ehrenvorsitzende bestimmt auch nicht nehmen lassen, die eine oder andere Vorstandsversammlung zu besuchen.
Quelle: Probsteier Herold

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