Zwischen Picknick-Rasen und gewollter Wildnis im Laboer Kurpark

Uwe Steffen (links) und Rudi Wimber blicken voller Stolz auf den Laboer Kurpark

Laboe. Abseits von Strand, Promenade und Hafen liegt mitten in Laboe eine idyllische Oase. Im Kurpark wachsen unterschiedlichste Pflanzen, gibt es einen Teich und einen Bach, auch einen Hauch von Wildnis und vieles mehr. Doch der Verein, der sich um die Grünanlage kümmert, sucht dringend weitere Paten und Helfer.
Vor zehn Jahren sollte das Gelände bebaut werden, aber das verhinderte eine Bürgerinitiative. Aus ihr ging 2007 der Verein Freunde des Kurparks hervor, der seitdem die Grünflächen betreut und dabei Tausende von Arbeitsstunden geleistet und auch viel Geld investiert hat. Wir beginnen unseren Rundgang an der Libelle. Die hat der Schönberger Kunstschmied Heiko Voß für den Verein geschaffen. Dahinter liegen Blumenbeete. „Dafür hätten wir gern Paten“, sagt Rudi Wimber (76) vom Vorstand des Vereins. „Wir brauchen junge Rentner, die Zeit haben“, ergänzt der zweite Vorsitzende Uwe Steffen (74). Unterwegs kommen wir immer wieder an ungewöhnlichen Bänken vorbei. „Das Design kriegt man nur hier zu sehen“, sagt Steffen, der diese Bänke angefertigt hat. Im Teich, der früher völlig verschlammt war, schwimmen Goldfische, Karpfen und Rotfedern. Ein Stück weiter steht ein Frosch. „Das ist schon der dritte“, erklärt Steffen. Die Vorgänger aus Ton sind zerstört worden, der aktuelle Frosch ist nun aus Kunststoff. Hinter der 2012 geschaffenen Ruhezone mit Quellstein stellen alte Fotos und Informationstafeln die Geschichte des Kurparks dar. Angelegt wurde er in den 1920er-Jahren, als die Gemeinde zwischen Wiesenweg und Katzbek an der tiefsten Stelle des Unterdorfes drei Teiche schuf, die als Rücklaufbecken für Abwässer gedacht waren. Sie wurden in eine Grünanlage eingebunden und 1926 als Kurpark eröffnet. Im Laufe der Jahre verwahrloste der Park immer wieder, bis er schließlich 2006 an einen Investor verkauft werden sollte, der hier eine Seniorenresidenz plante. Der nach den massiven Protesten entstandene Verein zählt heute rund 180 Mitglieder. „Das ist die so genannte Banane“, zeigt Wimber auf ein entsprechend geformtes Beet. Ein Stück weiter weist er auf üppiges Grün hin: „Das ist gewollte Wildnis.“ In manchen Bereichen musste der Verein „viel Lehrgeld zahlen“, meint Steffen, denn die teilweise sehr hohe Feuchtigkeit im Boden mag nicht jede Pflanzenart. Doch der Kurpark bietet nicht nur Pflanzen, hier gibt es auch einen Wetterstein und eine Sonnenuhr, ein Insektenhotel (Steffen: „mit über 1000 Betten“), einen Pavillon und einen Spielplatz sowie eine Rasenfläche, die oft zum Picknick genutzt wird. „Früher kamen zum Harken, Hacken und Fegen an die 30 Leute – letztes Mal waren es nur 17“, bedauert Wimber. Jeden ersten Sonnabend im Monat von 9 bis 12 Uhr lädt der Verein zur gemeinsamen Gartenarbeit in den Kurpark ein. chr
Quelle: Kieler Nachrichten

Zurück