Mahnende Sitzmöbel gegen die Öl-Ausbeutung

Am Wochenende trafen sich die Mitglieder der Gruppe "Frackingfreie Zone" um Stühle zu bemalen und zu beschriften (Fotos: Stoltenberg)

Was will uns ein grellgelber Stuhl sagen, dessen Sitzfläche mit einem schwarzen Kreuz beklebt ist? Das Sitzmöbel hat Symbolfunktion, die besagt: „Kein Platz für Fracking“. Am Wochenende trafen sich die Mitglieder der Gruppe „Frackingfreie Zone Probstei“, um Stühle unterschiedlicher Größen mit Farbe und unmissverständlicher Botschaft zum Protestsymbol umzurüsten. Damit bekunden sie das, was wohl die Meisten denken: In der Probstei ist kein Platz für Fracking. Und auch die Probsteier Nachbargemeinden halten so gar nichts von der Idee, mit einer höchst umstrittenen Methode, dem Untergrund noch die letzten Ölreserven zu entziehen. Die Erfahrungen mit Fracking haben gezeigt, dass gemessen an einem recht dürftigen Ergebnis, schwere Schäden an Gebäuden und der Umwelt entstehen. So kam es durch Fracking zu Belastungen des Wassers mit Schwermetallen. Die alles andere als umweltschonende Methode führte sogar zu Erdbeben und Schäden an Gebäuden. Ärgerliche Begleiterscheinung: Betroffene Hausbesitzer mussten nachweisen, dass die Schäden an ihren Häusern durch Fracking entstanden sind. Kurz vor der Entscheidung wollen die Gegner jetzt Zeichen in Form von gelben Stühlen setzen. Die kleinen Exemplare sollen etwa auf Privatgrundstücken auf das Anliegen der „Gruppe Frackingfreie Zone Probstei“ hinweisen. Die eigens aus Möbeln vom Sperrmüll konstruierten großen Stühle sollen an markanten Punkten wie etwa vor den Laboer Windrädern aufgestellt werden. Und auch einige Landwirte erklärten sich schon bereit, einen der großen Stühle auf ihrem Grund aufzustellen. Der erste große Stuhl wird am Donnerstag, 25. Juni, in Wisch aufgestellt. Jutta Walter von der Gruppe „Frackingfreie Probstei“ geht aber noch weiter. Denn am liebsten wäre es ihr und den Mitstreitern, dass die Methode in Deutschland komplett verboten wird. Der aktuelle Gesetzentwurf, für den im Bundestag Anfang Juli die zweite und dritte Lesung ansteht, werde den Einsatz der umstrittenen Technologie in der Probstei nicht verhindern. Verboten wird in diesem Zusammenhang die Ausbeutung von Schiefergas oberhalb 3.000 Metern. In der Probstei geht es um die restlichen Ölvorräte im Boden. Ausbeutung ist auch das Stichwort für die Gruppe gegen Fracking. Deren Mitglieder befürchten, dass für geringe Profite große Schäden in Kauf genommen werden. Neben dem Feld Prasdorf sind im Kreis Plön noch drei weitere Bereiche betroffen. Die beiden Unternehmen, die das Fracking hier betreiben wollen, sind mittlerweile zurück gerudert. Grund dafür sind nicht nur wirtschaftliche Erwägungen, sondern auch der massive Protest aus den betroffenen Bereichen. Das stärkste wirtschaftliche Argument dafür, dass die Pläne vorerst zu den Akten gelegt wurden, war der gesunkene Ölpreis. Jetzt befürchten die Fracking- Gegner allerdings, dass die Ölpreise langfristig wieder ansteigen könnten und die Pläne damit reaktiviert werden könnten. Gespräche mit einer schleswig-holsteinischen Abgeordneten im Bundestag hätten wenig gebracht. Die Bilder des Protestes mit Stühlen sollen auch nach Berlin geschickt werden. Wer die Aktion unterstützen will und noch einen Protestplatz im Garten frei hat, sollte sich bei der Gruppe melden. Die würde sich auch über weitere Mitstreiter freuen. Am Donnerstag, 9. Juli, trifft sich die Gruppe um 19 Uhr im Lutterbeker. Wer sich für ihre Arbeit interessiert, kann 

Quelle: Probsteier Herold

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