Trotz vieler Proteste wurde ein Beschluss gefasst

Laboe (pst) Es ist ja nicht so, dass die Laboer jede offizielle Sitzung nutzen, um sich mal wieder nach allen Regeln der Kunst in die Haare zu geraten. Bekannt ist allerdings, dass es in Vertretungen und Ausschüssen so manch einer Nachbargemeinde deutlich gesitteter zugehen soll, auch wenn Aufreger-Themen auf der Tagesordnung stehen. Anlass für jede Menge Unmut gab bei der vergangenen Sitzung des Bauausschusses die Beratung und Beschlussfassung über die Aufstellung des B-Planes, landläufig auch „hinter der Kirche“ genannt.

Viele besorgte Anwohner aus Teich- und Ostlandstraße waren gekommen, um ihre Bedenken zu den neuesten möglichen Planungen zu äußern. Was insofern verständlich ist, als mit vorangegangenen Neubauprojekten in Laboe wohl manches Mal nicht die besten Erfahrungen gemacht wurden. Eine frühe Bürgerbeteiligung führt aber, wie mal wieder klar wurde, dass manche der Anwesenden – und auch einige der Ausschussmitglieder – Detailfragen stellten, die beim derzeitigen Stand der Planungen einfach noch nicht angemessen sind, weil zufriedenstellende Antworten erst im Zuge des BPlanes gegeben werden können. Der musste aber erstmal grundsätzlich beschlossen werden, bevor er aufgestellt werden kann. Der Grund für die Aufregung der Anwohner: zwar hatten sie sich eine zweite Zufahrtsmöglichkeit gewünscht, um die Ostlandstraße zu entlasten, doch die neuen, ihnen „kurzfristig“ präsentierten Planungen für eine zweite Zufahrt für Baufahrzeuge, behagen den direkten Nachbarn schon deshalb nicht, weil sie die Teichstraße an der Stelle nicht für genügend befestigt halten und somit Lärmbelästigungen bis hin zur Wertminderung ihres Besitzes befürchten. Ein Anwohner hatte schon einmal schlechte Erfahrungen damit gemacht, dass seine Auffahrt von Baufahrzeugen genutzt wurde, die dann plötzlich verschwunden waren. Seine Frage also: „Müssen wir auch noch für Schäden aufkommen, die wir gar nicht verursacht haben?“ Soweit sei es aber noch nicht, hieß es vom Bauausschuss. Erstmal gehe es darum, die grundsätzlichen Voraussetzungen für die Aufstellung eines B-Planes zu schaffen. Unmut äußerte auch ein Anwohner, der es sich gewünscht hätte, wenn die Zufahrt über eines der drei neu zu bebauenden Grundstücke geführt hätte, denn: „Die machen den Reibach und wir müssen darunter leiden.“ Gleich mehrere Anwohner appellierten an die Ausschussmitglieder, „die Beschlussfassung doch zu verschieben.“ Diese Beschlussfassung beinhaltet aber auch ein umfangreiches Gutachten, das unter den unterschiedlichsten Gesichtspunkten wie Verkehrssicherheit, Artenschutz und vielen anderen die Zufahrt über das Grundstück Teichstraße 22 unter die Lupe nimmt. Dieses Gutachten kann dann natürlich auch ergeben, weil von Fachleuten erstellt, dass sich der entsprechende Bereich nicht als zweite Zufahrt eignet. Einen überraschenden Vorstoß, der bei vielen im Publikum verständlicherweise gut ankam, wagte Jürgen Schröder von der LWG. Er hatte wohl offensichtlich schon vor Ort vorbegutachtet und den Bereich aufgrund von unterschiedlichen Erwägungen seinerseits für nicht geeignet befunden. Womit der allgemeinen und partiellen Empörung Tür und Tor geöffnet waren. Die SPD bezichtigte Schröder des „Populismus“, die Zuhörer wiederum die SPD. Manche kündigten den GRÜ- NEN an, sie nicht mehr zu wählen, weil sie sich „für Artenschutz, aber gegen die Anwohner“ entscheiden würden. Dabei hatte Inken Kuhn nur angekündigt, dem Beschluss unter dem Hinblick auf ein entsprechendes Fachgutachten zuzustimmen. Mit 7 zu 4 Stimmen wurde dem Beschluss positiv entsprochen. Jetzt müssen die Fachgutachter genaue Ergebnisse liefern, die hoffentlich zur Glättung der Wogen beitragen. Kopfschütteln auch bei der Mitteilung der Bürgermeisterin, dass die Busse jetzt wieder planmäßig durch den Dellenberg fahren. Nachdem schon Schäden an der Straßendecke Dellenberg/Hafenstraße umfangreich behoben worden waren, hatte man die Rechnung wohl ohne die neuen Niederflurbusse der KVG gemacht. Die waren wohl auf erhabene Stellen aufgeschlagen, tun das jetzt aber nicht mehr. Und darüber, wie die Fläche genutzt wird, die nach dem Abriss von Haus I auf dem Schulgelände entstand, wird die zuständige Arbeitsgruppe entscheiden.

 

Quelle: Probsteier Herold

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