Ulrike Mordhorst übernimmt das Ruder

Ulrike Mordhorst, ehrenamtliche Bürgermeisterin seit 6. Mai 2015

Laboe (pst) In keiner anderen Gemeinde mussten sich die Bürger innerhalb relativ kurzer Zeit immer wieder an neue Bürgermeister gewöhnen. Nach dem offiziellen Ausscheiden von Karin Nickenig aus dem Amt der ehrenamtlichen Bürgermeisterin wählte Laboe einen hauptamtlichen Bürgermeister, der auch Werkleiter sein sollte. Aber Michael Meggle warf nach sechs Wochen hin. Nun bekam Laboe mit Walter Riecken einen ehrenamtlichen Bürgermeister, dem eine Werkleitungsassistenz zur Seite gestellt wurde. Im März starb Walter Riecken völlig überraschend, hatte aber zuvor dafür gesorgt, dass er durch drei Stellvertreter entlastet wurde.
Wiebke Eschenlauer, erste Stellvertreterin, sprang sofort ein, ließ sogar die Ferien sausen, um zusammen mit Martin Göttsch und den anderen Mitarbeitern das „Schiff Laboe“ am Laufen zu halten. In der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung stellten sich zwei Kandidatinnen für das Amt der ehrenamtlichen Bürgermeisterin zur Wahl. Mit 13 Stimmen bei zwei Enthaltungen und 9 Stimmen für die Mitbewerberin wurde Ulrike Mordhorst (SPD) zu Laboes neuer ehrenamtlichen Bürgermeisterin gewählt. Aber zuerst ging es in der Gemeindevertretungssitzung über die Frage, wie man überhaupt vorgehen wolle. Denn Carsten Leonhardt (Wir für Laboe) hatte den Antrag gestellt, wieder zum Hauptamt zurück zu kehren. Er betonte, dass Walter Riecken sehr schwer zu ersetzen sei. Riecken habe gezeigt, dass der ehrenamtliche Bürgermeister mindestens 35 Stunden in der Woche arbeiten müsse und dafür lediglich eine Entschädigung erhalte. Leonhardt weiter: „Aus unserer Sicht gibt es derzeit Niemanden, der diese Anforderungen erfüllen kann.“ Die SPD, die Ulrike Mordhorst als Kandidatin vorschlug hielt dagegen. Walter Kreft betonte, dass es Walter Riecken war, der bewiesen habe, dass man die Ehrenamtlichkeit durchaus leisten könne. Eine Hauptamtlichkeit müsse wiederum öffentlich ausgeschrieben werden und man könne nicht sicher sein, wer sich bewerben würde. Unter den Interessenten könnten auch Lobbyisten sein. Die SPD schlug vor, die neue Gemeindevertretung am Ende der Legislaturperiode noch einmal über die Einführung des Hauptamtes entscheiden zu lassen. Außerdem betonte die SPD, dass, „die Zeit uns wegrennt.“ In eine ähnliche Kerbe schlug schließlich die LWG, die mit Beeke Schöneich – Beyer die zweite mögliche Kandidatin ins Feld führte. Auch gab sie zu bedenken, dass mit der Hauptamtlichkeit die Stelle von Werkleitungsassistent Martin Göttsch wegfallen müsste. Und gerade Göttsch war es, der in den vergangenen Wochen diverse Überstunden machte, um Laboes Belange zusammen mit Wiebke Eschenlauer in ein ruhiges Fahrwasser zu lenken. Also wurde gewählt. Und anders, als es manche Bürger im Publikum vermutet hatten, kam es weder zu einer Wiederholung der geheimen Wahl noch zu irgendwelchen Streitigkeiten. Mit 13 von 24 Stimmen bei zwei Enthaltungen und neun Stimmen für Schöneich – Beyer wurde Ulrike Mordhorst neue Bürgermeisterin. Ulrike Mordhorst ist seit 2013 Mitglied der Gemeindevertretung, seit 2004 Fraktionsvorsitzende der SPD. Nach ihrer Ernennung sagte die neue Bürgermeisterin, dass sie sich bewusst sei, in große Fußstapfen zu treten. Sie würdigte noch einmal Walter Rieckens beeindruckende Leistungen, stets mit Sachverstand und der Sache verpflichtet, Laboe in ein ruhiges Fahrwasser gelenkt zu haben. In diesem Sinne wolle sie die Arbeit fortsetzen. Wiebke Eschenlauer überließ Ulrike Mordhorst ihren Platz und bedankte sich noch bei allen, die sie in der schwierigen Phase des Übergangs unterstützt hatten. Für Walter Riecken rückte Silveli Müller als Gemeindevertreterin nach.

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