Sightseeing zwischen den Leuchttürmen

Ganz schön schaukeliggeht es auf der "Feodora II" zu: Ein spannender Moment ist die Umrundung des Kieler Leuchtturms, der bei Sturm wild von Wellen umtost wird. Fotos Cornelia Müller

Laboe. Weite-Welt-Seeluft atmen und Leuchttürme bewundern: Die erste „Frachtersafari“ der Saison von Laboe und Strande aus in die Kieler Außenförde hat den Passagieren am Mittwoch Spaß gemacht. Dem Kapitän auch. „Willkommen auf der Feodora II!“, begrüßt Kapitän Alexander Klein die Schar persönlich. Dann rückt er die Gangway mit dem ersten Offizier Hendrik Sahne zurecht und reicht den Passagieren die Hand, damit sie nicht stolpern. So hat es auch die Dame mit dem Rollator leicht. In den zwei Salons und auf dem Sonnendeck verteilen sich 20 Gäste, die in Laboe eingestiegen sind. In Strande verdoppelt sich die Zahl. Das weiße Ausflugsschiff, das nach dem Stapellauf 1972 auf der Kröger-Werft in Rendsburg als Fördedampfer „Friedrichsort“ und später als Butterdampfer fuhr, hat für 214 Passagiere Platz. Sorgen muss sich also keiner, dass kein Platz mehr frei ist. „Ich bin gespannt, was wir alles sehen“, sagt Susanne Voß zu ihrem Ehemann Hubertus und hebt das Fernglas. Am Horizont nimmt ein Containerschiff Kurs auf Kiel. „Darüber wird der Käpt’n sicher was sagen.“ Das Paar aus Kiel ist in Strande zugestiegen. Das erste Urteil der beiden steht fest, als sie die norwegische Jumbofähre „Color Magic“, den schwarz-weißen Bülker Leuchtturm an Backbord und den rot-weißen Kieler Turm voraus in den Blick nehmen: „Das lohnt.“ Kapitän Klein übergibt jetzt das Ruder an den ersten Offizier. „Wir müssen an den gelben Sperrgebietstonnen von West nach Ost um den Kieler Leuchtturm“, weist er ihn an. Dann ist er wieder aus dem Lautsprecher zu hören: „Uns passiert die Weilheim, ein Minenjagdboot, 55 Meter lang und bis zu 18 Knoten schnell. Das entspricht Tempo 35 auf der Straße. Die Marine hat in Eckernförde und Kiel Stützpunkte, also ist die graue Flotte hier überall.“ Nicht nur für Sabrina und Maik Steudtner aus Bayern, die die Tour am letzten Urlaubstag in Laboe mitmachen, ist das interessant. Die Gäste staunen, dass die „Color Magic“ 2000 Passagiere befördert, hören von Vogelarten an den Steilküsten des Dänischen Wohlds. Familie Schmidt-Dorigi aus Essen, die in Damp Urlaub macht und in Strande zugestiegen ist, erfährt ebenfalls Neues: Das Laboer Ehrenmal ist 180 Meter hoch und bietet Weitblick über die ganze Probstei. Und wer hätte gewusst, was ein Freifallrettungssystem ist? Im Fahrwasser an Steuerbord kann man das am Heck des Containerfrachters erkennen, den das Ehepaar Voß erspäht hat: ein oranges Rettungsschiff für die Besatzung. Schon ist der Kieler Leuchtturm zum Greifen nah. Klein umkreist langsam das Leitfeuer mit den vielen Messeinrichtungen und erläutert die Lotsenstation auf der Plattform. An Deck wird es nun doch drängelig. Jeder will ein Foto vom Turm im Wasser bei blauem Himmel. „Herrlich“, schwärmt Gisela Gräb. Die Ex-Kielerin lebt in Frankfurt und will „endlich wieder Meer genießen“. Auch Jutta Felgendreher aus Kiel-Schilksee blickt träumerisch in die Ferne. „Mein Mann ist hier auf See bestattet“, sagt sie. „Einerseits bin ich traurig, andererseits glücklich mitzufahren. Ich werde oft dabei sein mittwochs.“ Im Strander Hafen geht sie mit anderen zufriedenen Gästen von Bord. „Sagen Sie es weiter, wenn es Ihnen gefallen hat“, gibt der Kapitän allen mit auf den Weg. Auch er lächelt. Von Cornelia Müller

Frachtersafari mit „Feodora II“ mittwochs 13.45 ab Laboe, 14.15 ab Strande, Tickets bei den Touristinfos,

www.nas-feodora.de

Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

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