"Nette Toilette" auch in Laboe?

Das WC-Problem in Laboe ist nicht neu: Diese Container waren vor einigen Jahren als Notlösung aufgestellt worden. Archivfoto Schmidt

 

Laboe. Im Vorfeld der Eröffnung des Hafenumfelds heute kommt die Diskussion um die Toilettensituation in Laboe wieder auf den Tisch. Verstärkt wird sie durch die Kostenexplosion bei der Sanierung der Sanitäranlage des Laboer Jachthafens. Dort soll für den Übergang ein Toiletten- und Duschcontainer aufgestellt werden, der durch ein Kartensystem ausschließlich Bootsliegern zur Verfügung steht. Es verschlug den Vertretern des Werkausschusses Hafen, Tourismus und Schwimmhalle die Sprache: Die seit Jahren angemahnte und nun begonnene Sanierung der WC- und Duschanlage im Jachthafen wird deutlich teurer als geplant. Wie der Architekt berichtete, seien „unvorhergesehene Arbeiten“ (verrostete Türschwellen, fehlende Leitungen und mangelnder Brandschutz) notwendig. Mehrkosten von gut 50 000 Euro schlagen für nicht kalkulierte Maurer-, Verlege-, Heizungs- und Sanitärarbeiten zu Buche. Für die „erste Juli-Hälfte“ sei die Fertigstellung vorgesehen. Doch seit Wochen, so die CDU, ruhe die Baustelle. Weshalb sei nicht vorher informiert worden und warum würden so viele Punkte erst jetzt bekannt? „Wir können nicht einfach die Fortsetzung der Arbeiten beschließen, wenn nicht klar ist, wie die Maßnahme finanziert werden soll“, betonte Horst Etmanski. Geplant waren 160 000 Euro, jetzt stehen 203 000 Euro im Raum. Auch die WfL-Fraktion kritisierte die mangelnde Information und regte eine Überprüfung an. Martin Göttsch, Assistent der Werkleitung, betonte, diese Zahlen habe er gerade erst auf dem Tisch. „Wir wollten den Werkausschuss aber möglichst sofort davon in Kenntnis setzen“, begründete er das Fehlen einer schriftlichen Vorlage von Zahlen und Fakten. Die Vertreter folgten einmütig dem Antrag der Grünen-Fraktion, das bundesweit bereits erfolgreich laufende Konzept „Nette Toilette“ auch für Laboe zu prüfen. Gastronomen stellen ihre Örtlichkeiten kostenfrei für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Grundlage dafür soll ein Kooperationsvertrag zwischen Gemeinde und Gastronomen sein. Die Werkleitung soll nun prüfen, inwieweit die Bereitschaft bei Laboer Gastronomen dafür vorhanden ist. Gemeinsames Ziel, so Fraktionssprecherin Inken Kuhn, sei es, eine gastfreundliche Atmosphäre auszustrahlen. Dieses Konzept samt Logo und App könnte die Gemeinde nutzen, Kosten von 775 Euro kämen dadurch auf den Haushalt zu. Einstimmig wurde auch der Antrag der WfL angenommen, eine gesonderte Arbeitsgruppe aus den Vorsitzenden des Finanz- und Werkausschusses sowie einem Vertreter aller Fraktionen zu bilden. Sie soll einen „Fahrplan“ aufstellen, um die einzelnen Teile des Eigenbetriebs auf Struktur und Wirtschaftlichkeit hin zu prüfen. Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

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