Kann „nette Toilette“ der akuten Notdurft Paroli bieten?

Wie kann man die Schwimmhalle noch besser vermarkten? Vielleicht, indem man sie als Prototyp heraus stellt? Auch diese Frage beschäftigte den Werkausschuss. Foto Stoltenberg

LaboeLaboe wäre nicht Laboe, wenn nicht zumindest ein Thema in einem Ausschuss zu Unmut führen würde. Im Fall der vergangenen Sitzung des Werkausschusses war eine Äußerung Carsten Leonhardts (WfL) der verbale Stein des Anstosses. Hatte er doch einen Beschlussantrag seiner Fraktion unter anderem so begründet: „Hier wird immer nur rumgelabert.“ Für Empörungsbedarf sorgte auch die Tatsache, dass die Mitteilungen der stellvertretenden Bürgermeisterin spontan genutzt wurden, um ohne jegliche Vorlagen anzukündigen, dass die Kosten für die Renovierung der Sanitäranlagen am Yachthafen deutlich höher ausfallen werden als ursprünglich geplant. Überraschend einig war man sich dann darüber, dem Antrag der Grünen zu entsprechen und die Möglichkeiten der Einführung der Aktion „Nette Toilette“ auszuloten.

Nun ja, vielleicht hatte Carsten Leonhardt seine Begründung etwas derbe formuliert, indem er sich des bei manchen Politikern ebenso beliebten wie unbeliebten „Rumlaberns“ bediente. Wilhelm Kuhn von der SPD fand den Ausdruck jedenfalls ausgesprochen unpassend und konterte: „Ich verwehre mich in aller Form dagegen, dass unsere Diskussionen als Gelaber abqualifiziert werden.“ „Wir für Laboe“ hatte beantragt, einen Arbeitskreis aus Vorsitzenden, Fraktionsvorsitzenden und Verwaltung zu bilden, der dafür sorgen soll, Zielsetzungen zügig voranzutreiben, um mehr Transparenz und Struktur in die Planung und Bearbeitung von Projekten zu bringen. Für Unmut sorgte nämlich die Entscheidung, die Mitteilungen der 1. stellvertretenden Bürgermeisterin zu nutzen, um inklusive unangekündigtem Vortrag des zuständigen Architekten, die Ausschussmitglieder mit der Mitteilung zu überrumpeln, dass die Erneuerung der Sanitäranlagen am Yachthafen deutlich teurer wird als zuvor veranschlagt. Hier geriet die Vorgehensweise ins Schussfeld und die Tatsache, dass noch nicht mal eine Vorlage im Vorfeld erarbeitet worden war. Annette Kleinfeld (WfL): „Ich bin entsetzt darüber, wie diese Sitzung vorbereitet wurde.“ Und mit Blick auf den abgesagten Finanzausschuss – „und der Finanzausschuss fällt aus, weil wir hier ja keine finanziellen Probleme haben.“ Die Wogen glätten konnte aber Werkleitungsassistent Martin Göttsch. Er beschrieb die Ausnahmesituation nach dem Tod von Walter Riecken. Göttsch: „Wir haben deutlich mehr Arbeit, sind zu dritt. Manch ein Mitarbeiter kommt sogar krank zur Arbeit.“ Göttsch lobte auch das unermüdliche Engagement von Wiebke Eschenlauer, die selbst die Ferien opferte, um gemeinsam mit den Mitarbeitern „das Schiff Laboe weiter fahren zu lassen“. Die zusätzlichen erheblichen Schäden an der Sanitäranlage seien erst im Zuge der Arbeiten erkennbar geworden. Zur Überbrückung wird im Sommer ein Sanitärcontainer neben dem Rettungsschuppen der DGzRS aufgestellt. Für die Meerwasserschwimmhalle (MWSH) muss die Werbetrommel noch mehr als bisher gerührt werden, um den Umsatz über die 20.000 Euro-Marke zu bringen. Im Januar konnte man einen Umsatz von noch 19.240 Euro verzeichnen. Der sank bis März auf 16.883 Euro. Deshalb stellte sich die Frage, wie man die MWSH in Zukunft noch besser vermarkten könne. Ein Ansatz sei schon mal der „Tag der offenen Tür“ im Zuge der Hafenumfelderöffnung. Möglich wäre auch, die MWSH als Prototypen heraus zu stellen. Um noch mehr Ideen zu sammeln, will man sich mit dem Förderverein zusammensetzen. Das Thema „Rückhaltebecken“ wird die Laboer wohl noch mehr als bisher beschäftigen. Denn zwar wurde eine Lösung für Laboes Treibsel gefunden, die untere Naturschutzbehörde betonte aber, dass man die Hagener Au nicht in die Planungen miteinbeziehen dürfte. Also müssen die Laboer auch hier über die Einrichtung eines Rückhaltebeckens nachdenken. Apropos Rückhalten: Das gilt auch für jene Besucher Laboes, die auf der Suche nach öffentlichen Toiletten sind. Das Problem mit dem Stillen Örtchen- Mangel wird in Laboe schon seit langer Zeit diskutiert. Um der akuten Notdurft paroli zu bieten, schlugen die Grünen jetzt vor, das System „Nette Toilette“ auch im Ostseebad einzuführen. Das beinhaltet, dass Betreiber von Gastronomiebetrieben ihre Toiletten künftig auch der Öffentlichkeit zugänglich machen könnten und im Gegenzug eine monatliche Pauschale erhalten. Der Ausschuss stimmte zu, dass die Werkleitung sich im Hinblick auf die „nette Toilette“ mit Laboes Gastronomen in Verbindung setzt.

Quelle: Probsteier Herold

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