Schönheitskur für die "Domino"

Detlef Bahr (links) und Uwe Klimczak beim Schleifen des Rumpfes des Folkebootes Foto: Schmidt

Laboe. Der Laboer Segelverein Ole Schippn Laboe (OSL) hat einige besonders aktive Mitglieder: die Restaurierungsgruppe. Zwischen fünf und sieben Männer treffen sich sonnabends mit Handwerkszeug und guter Laune im alten Rettungsschuppen am Hafen und verhelfen alten Booten zu neuem Glanz. Das aktuelle Projekt: das 1959 gebaute Folkeboot „Domino“. Das Boot lag bis 2010 in einem Schuppen in Neumünster und rottete vor sich hin. „Über einen Vereinskollegen erfuhren wir davon und schauten uns das Boot an“, erzählt Detlef Bahr, einer der Aktivisten des Vereins. Lohnt es sich? Diese Frage beantworteten die Kenner sofort mit „Ja“. Denn: „Die ,Domino’ ist ein geklinkertes Holzboot, von dem die Werft Pedersen und Thuesen in Kolding nur drei baute. Das Schiff ist das 17. in Deutschland registrierte Boot dieser Art“, erklärt Bahr. Die „Domino“ passte mit ihrer Einheitsgröße von 7,64 Metern Länge und 2,20 Metern Breite genau in den Rettungsschuppen des Vereins. Mithilfe alter Feuerwehrschläuche und einer selbst erdachten Hebevorrichtung hievten die Bootsbauer ihr Schätzchen quasi ins Trockendock. „Doch dann traute sich keiner ran“, erinnert sich Bahr an eine lange Vorlaufzeit. Schließlich montierten sie mit Karl-Christian Fleischfresser, ebenfalls ein Bootsliebhaber und Bastler, den Ballastkiel ab. Der hatte ein stattliches Gewicht von einer Tonne. „Da trat das erste Problem zutage, das typisch für Folkeboote ist“, erzählt Bahr weiter. Die Bolzen, die den Kiel mit dem Schiffsrumpf verbinden, rotteten. Auch der Holzkiel war morsch und einige Spanten im Innenraum waren gebrochen. Der Rumpf allerdings war nahezu unversehrt und gut erhalten. „Dann war der Tiefpunkt irgendwie überwunden, und es ging an die Arbeit“, weiß Bahr noch. Seit vergangenem Jahr laufen intensive Holzarbeiten. Der Rumpf wurde von Farbschichten befreit – nicht gerade die spannendste Arbeit, aber unvermeidlich. Doch die Herausforderungen ließen nicht lange auf sich warten. Neue Bauteile mussten hergestellt und „eingeschäftet“ werden. Soll heißen, das kaputte Stück wird herausgesägt und das neue eingepasst. Doch erst einmal mussten neue Spanten hergestellt werden. Besondere Schwierigkeit: Die Krümmung des Holzes musste stimmen. Das gelang schließlich mit Dampf, Biegetechnik, viel Handarbeit und Fingerspitzengefühl. Zwischen fünf und sieben Mitglieder sind seither Sonnabend für Sonnabend bei der Arbeit. „Es macht Spaß und man sieht, was man schafft“, sagt Lennart Schluff (15). Es ist nicht das erste Projekt, das die Restauratoren von OSL anpacken. Vor einigen Jahren ließen sie den Jugendkutter „Ernesto“, der jetzt für die Jugendarbeit eingesetzt wird, frisch renoviert zu Wasser. Das Folkeboot „Domino“, das zu dieser Saison sicher nicht mehr vom Stapel läuft, soll später Vereinsmitgliedern, die kein eigenes Boot haben, zur Verfügung stehen. Auch für Ausbildungszwecke soll es genutzt werden. Doch bis dahin gibt es noch reichlich zu fräsen, zu hobeln und zu schleifen. Umso mehr freuen sich die Mitglieder über die in Eigenleistung eingerichtete kleine Werkstatt im Obergeschoss des Rettungsschuppens, wo kleinere Arbeiten wie Malen und Ähnliches erledigt werden können. Besucher können bei den Arbeiten im Rettungsschuppen auch zuschauen. Die Vereinsmitglieder beantworten gerne alle Fragen dazu. 

Quelle: Kieler Nachrichten

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